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Kino auf ARTE

Die Filmtipps

Kino auf ARTE

23. August 2009 um 21.00 Uhr

Kama Sutra: A Tale of Love

Spielfilm von Mira Nair


Indien im 16. Jahrhundert: Zwei seit ihrer Kindheit befreundete Frauen entzweien sich, als die eine in der Hochzeitsnacht den königlichen Ehemann der anderen verführt.

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Synopsis
Wie der Titel verheißt, erzählt der prachtvoll ausgestattete Kostümfilm seine Geschichte im Stil eines Märchens. Es ist die Geschichte von Maya, einer außergewöhnlichen Frau, die für ihre Freiheit kämpft.
Indien, 16. Jahrhundert. Die junge Prinzessin Tara (Sarita Choudhury) und die Dienerin Maya (Indira Varma) machen gleichzeitig ihre ersten Liebeserfahrungen. Tara hat den hohen Stand für sich, aber Maya herrscht durch ihre Reize. Die Eifersüchteleien und Rivalitäten der beiden Mädchen erreichen einen Höhepunkt, als Tara mit dem König Raj Singh (Naveen Andrews) vermählt wird. Um sich für eine von Taras zahlreichen Erniedrigungen zu rächen, verführt Maya noch am selben Abend den jungen König und opfert ihm ihre Jungfräulichkeit. Sie wird von Taras Bruder, einem Buckligen, dessen Heiratsantrag sie abgelehnt hat, verraten und muss den Hof verlassen. Danach wird sie von Jai Kumar (Ramon Tikaram), dem Bildhauer des Königs, aufgegriffen und zu der ehemals mächtigen Kurtisane Rasa Devi (Rekha) gebracht, die sie in die Kunst des Kama Sutra (Massage, Tanz usw.) einweiht. Der König, der die Erinnerung an Maya nicht loswird, lehnt Tara ab, die sich ihrerseits in den Bildhauer verliebt. Um diese vier unauflöslich ineinander verwobenen Schicksale rankt sich die Geschichte von Liebe, Lust, Verrat und wieder Liebe.

Das Kamasutra – Ein Buch der Lebenskunst
Das Kamasutra, ein Mallanaga Vatsyayana zugeschriebener hinduistischer Klassiker, wurde etwa zwischen 400 und 700 verfasst. „Kama“ bedeutet „Liebe“ oder „Begehren“, „Sutra“ „Unterweisung“ oder „Leitfaden“. Das Werk wurde erstmals 1876 von dem Abenteurer, Schriftsteller und Linguisten Richard Francis Burton aus dem Sanskrit ins Englische übersetzt. Das Kamasutra, das gemeinhin als Lehrbuch der Liebeskunst gilt (obgleich die berühmten 64 Stellungen nur in einem Kapitel erörtert werden), wurde als Handbuch über die Lebenskunst für die Aristokratie verfasst und handelt von den kunstvollen Regeln, denen eine Person von Rang sich im Alltag und in allen Lebensbereichen (Musik, Ernährung, Körperpflege usw.) zu unterwerfen hat.
Somit stellt es einen kostbaren Einblick in die Kultur des Landes dar, kontrastiert aber zugleich mit dem dort seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts herrschenden Puritanismus, der vermutlich dem Einfluss des britischen Kolonialismus geschuldet ist. Es sei nur daran erinnert, dass es zu strafrechtlicher Verfolgung kommen kann, wenn in einem indischen Film (Bollywood) ein Kuss gezeigt wird.

Mira Nair – Ein Kampf um die Rechte der Frau
Eben solche Verfolgung konnte Mira Nair, die weltbekannte Regisseurin von „Salaam Bombay!“ und „Monsoon Wedding“, nicht verhindern, als der Film gedreht wurde und dann in die Kinosäle kam. Während der Produktion hieß der Film schlicht „Tara and Maya“, denn die indischen Behörden hätten einen Film mit dem Titel „Kama Sutra“ mit Sicherheit verboten. Außerdem mussten Scheinszenen eingebaut werden, um die staatliche Aufsicht zu täuschen, und den Beamten wurden „Dividenden“ gezahlt, als der Betrug aufflog. Der Prozess, der Mira Nair gemacht wurde, weil ihr „Kama Sutra“ „schockierende“ (aus der Sicht des westlichen Zuschauers: leicht erotische) Szenen enthält, dauerte immerhin fast zwei Jahre. Schließlich durfte der ursprünglich in Indien und Pakistan verbotene Film in den indischen Kinos gezeigt werden. Außerdem konnte Mira Neir, die sich seit je für die Rechte der Frauen einsetzt, erwirken, dass der Film vormittags vor einem ausschließlich weiblichen Publikum gezeigt wird: Damit wollte sie verhindern, dass die Frauen durch die Reaktionen der Männer während der Vorführung belästigt werden. Diese Strategie erwies sich als sehr erfolgreich.
Nach ihrem Film „Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten“ (2004) über den Erfolg einer Kurtisane in England hat Mira Neir jetzt ihre anspruchsvolle Filmbiographie über die Flugpionierin und Frauenrechtlerin Amelia Earhart, „Amelia“, mit Hillary Swank und Richard Gere beendet.

Delphine Valloire

Video

Trailer

Links


Kama Sutra
Freitag 28. August 2009 um 01.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Indien, 1995, 108mn)
ZDF

Erstellt: Fri Aug 14 18:31:48 CEST 2009
Letzte Änderung: Mon Aug 17 12:08:41 CEST 2009


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