Mit Avida, Benoît Delépine, Gustave Kervern, Kati Outinen, Claude Chabrol
Synopsis: Ein Taubstummer und zwei Ketaminabhängige entführen den Hund einer Billionärin. Doch ihre Geisel wird aus Versehen von einem Löwen gefressen. Das Geld wollen sie trotzdem. Der stark übergewichtigen Billionärin gelingt es, die Entführer dazu zu bringen, dass sie vor ihrem bevorstehenden Tod ihren letzten Wunsch für sie in Erfüllung bringen, und ihr helfen, einen hohen Berg zu besteigen. Kritik: Avida ist ein anarchistisches, radikales kleines Meisterwerk. In schwarz/weiß gedreht, erinnert er an die frühen Filme Bunuels, etwa an Un chien andalouse. Avida arbeitet zwar nicht mit surrealistischen Stilmitteln, aber die unkonventionelle Geschichte, in der höchst merkwürdige Figuren auftauchen, bringt den Film in die Nähe des Surrealismus. Avida beginnt mit einem lebensmüden Torero, der sich in seine letzte Schlacht mit einem wilden Nashorn begibt. Ein schickes Auto fährt auf seine Einfahrt zu. Per Fernbedienung öffnet sich das Tor und fegt die Leiche des Toreros zur Seite. Der reiche Mann erledigt alles per Fernbedienung. Während er in seiner edlen Villa sitzt, öffnet er die Tür eines Schuppens – per Fernbedienung. Drei bissige, große schwarze Hunde und ein Taubstummer (Gustave Kervern) kommen heraus. Die Hunde beißen sich an ihm fest, er trägt dicke Kleidung. Der Taubstumme befreit sich und der reiche Mann erschießt sich aus Versehen. Dem Taubstummen gelingt, es in einem Familienzoo eine Anstellung zu finden. Dort arbeiten auch zwei Ketaminsüchtige, mit denen er den Hund der Billionärin entführt, usw.
Avida würde sehr gut auch als Stummfilm funktionieren, denn geredet wird hier kaum. Wenn die Geschichte an sich auch noch so chaotisch ist, so sind die Bilder des Kameramannes Hugues Poulain doch sorgfältig und schön kadriert. Die Landschaft, nach der sich die Billionärin sehnt, ist geradezu malerisch fotografiert. Im Zoo gibt es Großaufnahmen von Tieren, die aufmerksam in die Kamera sehen, Elefantenhaut in Makroaufnahmen, oder eine Raupe, die ein großes Chipsstück auf ihrem Rücken trägt. Am Ende gelingt es den Entführern, eine wirklich gute Tat zu vollbringen, und der Billionärin ihren letzten Willen zu erfüllen: Sie sitzt nackt in einer endlos weiten, erdigen Ebene, ihr praller Körper fließt um sie wie ein Kleid, und sie singt mit schönen Stimme. „Das ist schön“ stammeln die Entführer und können sich kaum an ihr satt sehen. Eine Hand hält eine Uhr vor die Kamera, so dass diese das Gesicht der Billionärin verdeckt. Die Szene gerinnt in ein Bild, das nicht von ungefähr an Salvador Dali erinnert. Dieses Bild ist der einzige Moment in diesem Film, der in Farbe festgehalten wurde. Sicher ist der film nicht für jeden Zuschauer zu empfehlen. Wenn man aber in der Stimmung ist, sich auf eine schräge Entdeckungstour zu begeben, in der der schwarze Humor essentiell ist, dann ist dieser Film auf jeden Fall zu empfehlen. In einer kleinen Nebenrolle erfreut Kati Outinen, die zum Stammpersonal der Kaurismäkifilme zählt und Claude Chabrol hat eine kurze Szene als Zoophilist.Nana A.T. Rebhan






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Eine metaphysikalische Komödie
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