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Berlinale 2006 - Wettbewerb - 16/09/08

V wie Vendetta

Ein Film von James Mc Teigue


Der Terrorist „V“ kämpft alleine gegen einen
totalitären Überwachungsstaat der nahen Zukunft

Großbritannien/Deutschland 2005, 132 Min.
Mit Hugo Weaving, Natalie Portman, Stephen Rea, John Hurt

Synopsis: Ein maskierter Terrorist (Hugo Weaving) versucht im Alleingang gegen einen fiktiven totalitären Überwachungsstaat anzukämpfen, der im Großbritannien in jüngerer Zukunft angesiedelt ist. Weil er einer jungen Frau – Evey (Natalie Portman) - das Leben rettet, unterstützt sie ihn bei seinen ausgetüftelten Racheplänen.

Biografie: James McTeigue hat bislang als Regieassistent gearbeitet, bis Mitte der 90er Jahre zunächst in Australien, dann in den USA. Unter anderem war er in dieser Funktion für George Lucas und Alex Proyas tätig, vor allem aber bei der MATRIX-Trilogie der Brüder Andy und Larry Wachowski. V FOR VENDETTA ist sein Debüt als Regisseur.

Kritik: V For Vendetta reiht sich ein in die lange Liste der Comic-Verfilmungen der letzten Jahre. Doch hierbei ist den Machern des Films etwas Besonderes gelungen. Verantwortlich für Drehbuch und Produktion zeichnen die Wachowski-Brüder, die mit ihrer MATRIX-Trilogie bewiesen haben, dass sie wissen wie man Comics mit innovativen Effekten verfilmt. V For Vendetta spielt in der nahen Zukunft, in einem England, das durchaus als solches noch erkennbar ist.

Der Terrorist, der den fiktiven totalitären Staat aus den Angeln heben will trägt stets eine Mischung aus einer Guy Fawkes-Maske (dem „Held“ des Gunpowder-Plots vom 5. November 1605) und einer Harlekinmaske. Wie auch die von ihm entführte Evey erfahren wir nicht, wer oder was genau sich dahinter verbirgt. Doch kann man einem Menschen trauen, dessen Gesicht – und vor allem dessen Augen - man nie gesehen hat? „V“ trägt das Gute und das Böse gleichermaßen in sich – das macht ihn so faszinierend. Er bekennt sich zwar dazu, für das Gute – und gegen ein totalitäres Regime - zu kämpfen, aber auch aus Motiven der Rache, die sehr persönlicher und damit egoistischer Natur sind.

V For Vendetta gelingt es, bis zum Ende seine Spannung zu halten. Geschickt wird der Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, die stets dazu führen, dass er den weiteren Handlungsverlauf peu á peu zu gustieren weiß. Mit Schauspielern wie Natalie Portman, Stephen Rea, John Hurt und vor allem Hugo Weaving in der Rolle des „V“ ist der Film hervorragend besetzt. Es ist eine Glanzleistung, eine Hauptrolle mit einer Maske vor dem Gesicht zu spielen. Doch die guten Dialoge, die voll der Sprachspiele sind, und auf die Belesenheit, die Intelligenz und die Sensibilität des geheimnisvollen Maskenträgers verweisen entschädigen für den fehlenden Blickkontakt.

Regie führte der ehemalige Regieassistent der Wachoski-Brüder, James Mc Teigue, von dem man bestimmt bald wieder etwas sehen wird. Inspiriert wurde der Comic wie auch das Drehbuch von George Orwells legendärer Zukunftsvision „1984.“Doch auch das aktuelle politische Geschehen, Giftgas- und andere Terroranschläge fanden ihren Eingang in diesen spannenden Politthriller, diese kompromisslose Zukunftsvision.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 09-02-06
Letzte Änderung: 16-09-08