Weltraumoper in drei Akten: Am "Vorabend der Menschheit" kämpfen zwei Affengeschlechter um die einzige Wasserstelle. Als sie einen mysteriösen schwarzen Monolithen finden, entwickeln die Vorfahren des Homo Sapiens die Fähigkeit, mit Werkzeugen umzugehen - und sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Im zweiten Akt des Films hat der Homo Futurus den Aufbruch der Menschheit im Sinn. Aufgrund eines mysteriösen Gesteinsfundes auf dem Mond wird ein Raumschiff unter umstrittenen Bedingungen - vier der Astronauten werden für die Weltraumreise in Tiefschlaf versetzt - zum Jupiter geschickt, wo man außerirdisches Leben und des Rätsels Lösung vermutet. Nachdem allerdings der sprechende und für unfehlbar gehaltene Bordcomputer HAL kriminelle Energien entwickelt, findet sich der Raumfahrer Dave mit einem Mal ganz allein auf einem fernen Planeten wieder - und steht sich dort plötzlich selbst gegenüber.ZUSATZINFORMATION
Im schwelgerischen Walzertakt begleitet Strauß' "An der schönen, blauen Donau" die Reise eines Raumschiffs, das majestätisch durch die unendlichen Weiten des Weltraums schwebt. Der visionäre Science-Fiction-Klassiker behandelt mit bittersüßer Ironie die Entwicklungsgeschichte der Menschheit vom instinktgeleiteten Tier bis zur hochintelligenten Spezies, die in der Lage ist, außermenschliche Intelligenz zu erschaffen: Der wohlklingende aber emotionslose Raumschiffcomputer HAL - in der deutschen Fassung von Peter Schiff gesprochen - scheint das perfekte Gehirn zu sein, in dessen Verantwortung die Weltraummission liegt. "Ich stelle mich in den Dienst des Unternehmens und ich glaube, mehr kann ein verantwortungsbewusstes Gehirn nicht erreichen", verkündet der Computer pflichtbewusst. Doch schon bald stellt sich das blinde Vertrauen in Maschinen als ein weiteres Versagen der Menschheit heraus.
"Wenn Sie den Film vollständig verstanden haben, haben wir versagt", äußert sich Koautor Arthur C. Clarke über sein und Stanley Kubricks kosmisches Panoptikum "2001: Odyssee im Weltraum". Der Film gilt als absoluter Meilenstein in der Filmgeschichte, zum einen wegen seiner phänomenalen Tricktechnik, die in L.A. mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, zum anderen aufgrund der suggestiven und symbolträchtigen Bilder Kubricks, die von einer beeindruckenden Ausstattung leben.
Der 1999 verstorbene und in New York geborene Stanley Kubrick beginnt als 17-jähriger Fotograf bei der Zeitschrift "Look" und erlernt das Filmemachen autodidaktisch. Sein erster Spielfilm "Fear and Desire" wird 1953 fertig. Drei Jahre später feiert Kubrick mit "Die Rechnung ging nicht auf" seinen Durchbruch. Nach dem Antikriegsfilm "Wege zum Ruhm" (1957) mit Kirk Douglas in der Hauptrolle und dem Monumentalfilm "Spartacus" (1960) wendet sich Kubrick von Hollywood ab und geht nach England, wo er fortan alle seine Filme dreht. Es folgen stets sehr kontrovers diskutierte, stets meisterhaft inszenierte Werke. Zwei Tage nach Fertigstellung seines letzten Films "Eyes Wide Shut" (1999) stirbt der Regisseur und Autor. Kubrick-Freund Steven Spielberg sagt später über das cineastische Genie: "Er schuf mehr als nur Filme. Was er uns schenkte sind ganzheitliche Erfahrungen, die nicht schwächer, sondern intensiver werden, je öfter man seine Filme betrachtet."
Wiederholung: 13.11.2007 um 14:30 Uhr
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