Die Filmkarriere Marilyns begann 1947. Sie spielte, ohne weiter aufzufallen, in einer Reihe leichter und inzwischen vergessener Komödien harmlose und unbedeutende Nebenrollen, wenn ihr Auftritt sich nicht sogar ganz auf eine Statistenrolle beschränkte. 1950 nahm ihre Karriere eine beachtliche Wendung. Es gelang ihr, in "Asphalt Jungle" (Asphalt-Dschungel) von John Huston und "All about Eve" (Alles über Eva) von Joseph Mankiewicz jeweils in einer Nebenrolle engagiert zu werden. Ihren Namen behielt man im Gedächtnis, so dass Marilyn später sogar auf den Plakaten zu den beiden Filme neben den Namen der wirklichen Stars erschien (Sterling Hayden im ersten, Bette Davis im zweiten Film).
Doch zu jener Zeit reichte das nicht aus, um bekannt zu werden. Marilyn verbrachte noch eine ganze Reihe von Jahren mit dem Versuch, in Filmen zweiter und dritter Kategorie auf sich aufmerksam zu machen, wobei sie all ihre Energie darauf verwandte, bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sie ihr Können ausspielen konnte, den Star zu spielen. Aus diesen "Drive-In"-Komödien ragt nur Fritz Langs "Clash by night" (Vor dem neuen Tag, schon ein Melodram) (1952) heraus, auch wenn hier Marilyns Leistung noch von untergeordneter Bedeutung ist. Die Hartnäckigkeit der Schauspielerin zahlte sich dann schließlich doch aus: Sie drehte noch im selben Jahr "Monkey Business" von Howard Hawks (Liebling, ich werde jünger) mit Cary Grant und Ginger Rogers. Das Image einer sexy Sekretärin verewigte die von ihr seit einigen Jahren in B-Produktionen gespielte Rolle, in die sie sich begab (und die man ihr gab), und erlaubte ihr gleichzeitig, eine erstklassige Schauspielerin zu werden. Drei Jahre später stand sie mit Billy Wilders "The Seven Years itch" (Das verflixte 7. Jahr) auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Star und als "Femme Fatale", wobei sie es schaffte, sich dank des Kinos und der von ihm erzeugten Illusionen das Flair eines "girl next door" zu bewahren. Marilyn so greifbar nah wie Ihre Nachbarin!
Mit Ausnahme von Henry Hathaways "Niagara" (1953), in dem ihr Bild der unwiderstehlichen Blondine durch die Perversität der Figur getrübt wird, profitieren die nachfolgenden Rollen brillant und erfolgreich von ihrem glamourösen und ausgelassenen Wesen. Im selben Jahr trugen "How to mary a Millionaire" des Kleinunternehmers Jean Negulesco und "Gentlemen prefer Blondes", erneut mit Howard Hawks, zu ihrer Bekanntheit bei und festigten ein Bild, welches wirklich allen gefällt. In den folgenden Jahren suchten Marilyn und ihre Agenten ihr Blondinen-Image durch ihr Talent als Sängerin und Tänzerin zu erweitern. Von nun an gibt es in ihren Filmen immer auch musikalische Szenen, wenn sie sich denn nicht überhaupt dem Genre der musikalischen Komödie zuordnen lassen ("There's no business like show business" von Walter Lang 1954, "The Prince and the Showgirl" von Laurence Olivier 1957 und als der beste Film "Some like it hot" von Billy Wilder 1959).
Nach ihrem tragischen Tod 1962 bemühten sich die Biographen verstärkt darum, Marilyns Leben als eine Art "Aschenputtel"-Geschichte zu verkaufen. Sie beleuchteten ihr chaotisches Privatleben und ihr schwieriges Debüt. Berühmte, aber wenig geachtete Filme wie 1956 "Bus Stop" von Joshua Logan (in dem Marilyn ein armes Mädchen spielt) und beim Publikum durchgefallene Filme wie ihr vorletzter Streifen "The Misfits" (Nicht gesellschaftsfähig), in dem sie eine zerlumpte Person spielt, werden immer mehr in den Vordergrund ihrer Filmographie gerückt. Dabei ist natürlich nicht zu übersehen, dass "The Misfits" das niederschmetternde Ergebnis einer auf die Leinwand gebrachten ausgepumpten Existenz ist (die anderen Hauptdarsteller des Films erscheinen ebenfalls als erschöpfte - Clark Gable - oder am Leben gescheiterte Stars - Montgomery Clift). Das Ende von Marilyns Karriere bestand im wesentlichen in ihrem Versuch, ihre Position als Star wieder zu erobern, indem sie ein letztes Mal voll in ihrer Rolle als lebhafte und kapriziöse Blondine aufging. Der sehr kurzatmige Film "Let's make love" von George Cukor mit Yves Montand (1960, Machen wir's in Liebe) und der unvollendete "Something's got to give" desselben Regisseurs, der zwei Jahre später, diesmal mit Dean Martin folgte, sind einzig dem Bestreben geschuldet, ihr ein mit Charme bestrittenes und mit Nachsicht aufgenommenes Comeback zu ermöglichen. Es ist bezeichnend für dieses Schicksal à la Hollywood, dass sie es nicht geschafft haben.
Julien Welter
1948 - SCUDDA HOO ! SCUDDA HAY !
von F.Hugh Herbert.
1948 - DANGEROUS YEARS von Arthur Pierson
1948 - LADIES OF THE CHORUS
von Phil Karlson
1950 - LOVE HAPPY
von David Miller
1950 - A TICKET TO TOMAHAWK
von Richard Sale
1950 - THE ASPHALT JUNGLE
von John Huston.
1950 - ALL ABOUT EVE (Eve)
von Joseph Mankiewicz.
1950 - THE FIREBALL von Tay Garnett
1950 - RIGHT CROSS von John Sturges.
1951 - HOMETOWN STORY von Arthur Pierson
1951 - AS YOUNG AS YOU FELL
von Harmon Jones
1951 - LOVE NEST von Joseph Newman
1951 - LET'S MAKE IT LEGAL von Richar Sale
1952 - CLASH BY NIGHT von Fritz Lang
1952 - WE'RE NOT MARRIED
von Edmund Goulding
1952 - DON'T BROTHER TO KNOCK von Roy Baker
1952 - MONKEY BUSINESS
von Howard Hawks
1952 - O. HENRY'S FULL HOUSE
von Henry Koster
1953 - NIAGARA von Henry Hathaway
1953 - GENTLEMEN PREFER BLONDES
von Howard Hawks
1953 - HOW TO MARRY A MILLIONAIRE
von Jean Negulesco
1954 - RIVER OF NO RETURN
von Otto Preminger
1954 - THERE'S NO BUSINESS LIKE SHOW BUSINESS
von Walter Lang
1955 - THE SEVEN YEAR ITCH
von Billy Wilder
1956 - BUS STOP von Joshua Logan
1957 - THE PRINCE AND THE SHOW GIRL
von Laurence Olivier
1959 - SOME LIKE IT HOT von Billy Wider
1959 - LET'S MAKE LOVE von George Cukor
1961 - THE MISFITS von John Huston
1962 - SOMETHING'S GOT TO GIVE
von George Cukor








Facebook
Twitter
RSS