
Ein Film von Krzysztof Kieslowski
(Frankreich, Polen, Norwegen 1991, 93 Min.)
Mit Irène Jacob, Aleksander Bardini, Halina Gryglaszewska...
Die junge Veronika verlässt Familie und Freund in Warschau und geht nach Krakau. Dort kann sie den lang ersehnten Gesangsunterricht nehmen und ihre außergewöhnliche Stimme weiter fördern. Obwohl die daraufhin zunehmenden Herzbeschwerden sie beunruhigen, gibt Veronika ihrer Leidenschaft und Neigung zum Gesang uneingeschränkt nach und gewinnt einen Wettbewerb, der es ihr ermöglicht, bei der nächsten öffentlichen Veranstaltung als erste Solistin zu singen. Eines Tages fällt ihr in der Stadt ein Mädchen in einer Touristengruppe auf, das ihr verblüffend ähnlich sieht. Bald darauf bricht Veronika bei ihrem ersten Auftritt zusammen und stirbt an den Folgen eines Herzinfarkts.
Das junge Mädchen, welches ihr so sehr ähnelt, heißt Véronique und lebt in Frankreich. Auch sie hat eine Vorliebe für die Musik und gibt Musikunterricht an einer Schule. Auch sie ist Linkshänderin und leidet an einem Herzfehler. Bei einer Vorführung in der Schule begegnet sie dem Marionettenspieler Alexandre, der außerdem Kinderbücher schreibt. Die flüchtige Begegnung mit ihm hat eine nachhaltige Wirkung auf Véronique, die sich sonderbar zu ihm hingezogen fühlt. Bald darauf erhält sie mysteriöse Anrufe, bei denen sie dieselbe Musik zu hören bekommt, die sie mit ihren Schülern übt. Was sie nicht weiß, ist, dass genau diese unbekannte Komposition schon von einer anderen Veronika gesungen wurde...Kurz darauf empfängt Véronique eine Reihe geheimnisvoller Briefe. Sie folgt den darin enthaltenen Hinweisen und gelangt nach Paris, wo sie erneut auf Alexandre trifft. Der Puppenspieler führt die Geschichte dorthin zurück, wo sie begonnen hat...
ZusatzinformationIn „Die zwei Leben der Veronika“ greift Kieslowski mit dem Doppelgängermotiv ein sehr beliebtes Thema auf. Nach dem inhaltsschweren Filmzyklus „Dekalog“ zeigt der in Polen geborene Regisseur nun Freude an der Spielerei mit dem Übersinnlichen. In „Die zwei Leben der Veronika“ bedient er sich einer märchenhaft-romantischen Darstellungsweise. Diesen Stil setzt er mit seiner Trilogie „Blau / Weiß / Rot“ fort. Im letzten und wohl rätselhaftesten Teil der Trilogie ist Irène Jacob erneut in der Hauptrolle zu sehen.
Licht, Farben und Objekte sind bei Kieslowski magische Zeichen voller Bedeutung und legen einen geheimnisvollen Zauber über den Film: das Lichtspiel eines reflektierenden Spiegels, ein durchsichtiger kleiner Ball, ein Ring, ein Foto. Wunderschöne Bilder, zeitweise gewollt verschwommen oder unausgeglichen, sowie die ergreifende Musik von Kieslowskis Stammkomponisten Zbigniew Preisner tragen zur fesselnden Wirkung des Filmes bei.
„Die zwei Leben der Veronika“ erhielt in Cannes 1991 den Preis der internationalen Filmkritik und Irène Jacob bekam den Preis für die beste Darstellerleistung. Die Süddeutsche Zeitung schrieb 1993: „Irène Jacob ist die wunderschöne junge Frau mit dem Draht zum Übersinnlichen mal zwei. Sie zieht uns, wiewohl 90 Minuten nahezu ununterbrochen im Bild, unaufhörlich in ihren Bann, lässt uns an das ,Wunder’ glauben, an Sehnsucht und erfüllte Liebe".







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

