Auch der Kameramann hatte keinerlei Ahnung, worum es gehen würde, er war quasi der erste Zuschauer. Gedreht wurde nur an Originalschauplätzen, jede Szene wurde nur einmal und – abgesehen von den drei Hauptdarstellern – spielten nur Laien mit.Entstanden ist ein schöner Film. Ein Film über das wahrscheinlich größte Abenteuer einer einfachen Frau. Paula sagt stolz zu sich selbst, als sie aus der Türkei in ihre Wohnung zurückkehrt: „Wenn die wüssten, was ich erlebt habe. Das war ein Abenteuer, fast wie im Film.“ Die Improvisationskünstlerin Isolde Fischer verkörpert die große und schlaksige Paula grandios.
Paula ist eine Frau, die in ihrer kleinen, versponnenen Welt lebt, und die die anderen für verrückt halten, obwohl sie gar nichts besonderes tut. In ihrer Physiognomie, ihrer Art und ihrem unbändigen Willen erinnert sie an die Schauspielerin Stephanie Stremler aus Andres Veiels Dokumentarfilm DIE SPIELWÜTIGEN. Stephanie Stremler wurde mehrfach von Schauspielschulen abgelehnt. Aber sie kämpfte so lange, bis sie schließlich doch von einer aufgenommen wurde. Auch Paula tut Dinge, die ihr keiner zutraut: Sie reist alleine los in die Türkei, in die Millionenstadt Adama, ohne die Adresse oder Telefonnummer ihres Traummannes zu kennen.
Das Improvisations-Experiment der Filmemacher geht auf: Ihre exzentrischen und unberechenbaren Charaktere nehmen den Zuschauer wie auch die Regisseure selbst mit auf eine abenteuerliche Reise in die Türkei. Auch Oliver Paulus & Stefan Hillebrand wussten zu Beginn der Dreharbeiten nicht, dass ihre Charaktere sie in die Türkei bringen würden. So ist ihnen eine authentisch wirkende, überzeugende Geschichte gelungen. Die etwas naive, aber sehr sympathische und erfrischende Paula wird einen noch lange in Gedanken begleiten.
Paula fasst ihr Abenteuer auf ihre Art zusammen: „Also manchmal glaube ich, ist es so, wenn man den Richtigen sucht, findet man aber oft den Falschen. Und das merkt man aber erst, wenn man glaubt, den Richtigen gefunden zu haben.“
Nana A.T. Rebhan
Mit Isolde Fischer, Helga Grimme, Can Sengül, Tülay Gönen, Arcan Arican
Schweiz/Deutschland 2003, 81 Minuten








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