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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 23. September 2004 - 20/10/04

Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Die Geschichte zu Jan Vermeers geheimnisvollstem Bild


Ein Film von Peter Webber
 
Synopsis: Niederlande, Delft, im 17. Jahrhundert: Die von Kunst faszinierte junge Grit (Scarlett Johansson) beginnt im chaotischen Haushalt des Meisters Jan Vermeer (Colin Firth) zu arbeiten. Bald schon steht sie für ihn Modell. Eine Vertrautheit zwischen dem großen Meister und seinem Modell entsteht, die der eifersüchtigen Ehefrau keine Ruhe lässt.
 
Kritik: Dem Film gelingt es auf wundersame Weise, das Geheimnis, welches das wohl berühmteste Bild Vermeers in sich birgt, in den Film zu transportieren. Der spanische Kameramann Eduardo Serra ist ein Meister des Lichts und der Kadrierung. Er lässt uns an Grachten des 17. Jahrhunderts und den Strassen Delfts entlang driften, dass wir das Gefühl bekommen, wirklich dort zu sein. Es ist, als würde das Bild uns in sich aufsaugen, und wir unternehmen in ihm eine Zeitreise um am Ende wieder von ihm ausgespuckt zu werden. Der Film endet konsequenterweise mit einem ganz langsamen Rückwärtszoom vom silbernen Ohrring des Mädchens weg. Regisseur Peter Webber gibt uns das Gefühl zusammen mit seiner Kamera Beobachter zu sein. Er puscht die Handlung nicht, er lässt Zeit vergehen. Das ist schön, denn so können wir in aller Ruhe das Gesicht Grits beobachten, dieses feine, blasse Gesicht, das von einer weißen Haube bedeckt ist. Sie hat etwas sehr keusches mit dieser seltsamen Kopfbedeckung. Wir versuchen die junge Hauptdarstellerin aus LOST IN TRANSLATION unter der Haube zu finden. Scarlett Johansson heißt sie, sie ist 19 und sie lässt uns keine Ruhe. Grit ist schüchtern, sehr zurückhaltend, sie sagt kaum etwas und doch spielt sie alle an die Wand. Auch Colin Firth, der als exzentrischer Jan Vermeer überzeugt.
 
Peter Webber gelingt es, zwischen Grit und Jan Vermeer eine Stimmung zu zaubern, die voller Erotik ist. Sie begegnen sich mit Blicken und Gesten, die seltenen körperlichen Berührungen sind fast zufällig und immer flüchtig, zu Sex kommt es nie. Und doch – oder vielleicht gerade deshalb – knistert und lodert es beständig. Wir werden sensibel für kleinste Gesten, und üben uns mit Grit in Bescheidenheit.
 
Webber hat bei seinem Regiedebüt gut daran getan, die gleichnamige Bestsellervorlage von Tracy Chevallier von allen potentiellen Kitschfallen zu befreien, und sich ganz auf leise Töne zu konzentrieren – eine Gratwanderung, die er mit Bravour gemeistert hat.
 
Von Vermeers Leben selbst ist nicht viel überliefert. Auch weiß bis heute niemand, ob das Mädchen mit dem Perlenohrring Vermeers Tochter, eine Magd oder vielleicht doch eine Geliebte ist. Der Film versucht sich an einer möglichen Deutung, die die Aura des Rätsels jedoch weiterhin bestehen lässt.
 
Nana A.T. Rebhan
 
 
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Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Großbritannien/Luxemburg 2003, 95 Min.
Regie: Peter Webber
Mit Scarlett Johansson, Colin Firth, Tom Wilkinson

Erstellt: 21-09-04
Letzte Änderung: 20-10-04