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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

Kino-News

Kinostart 22. Juli 2004 - 21/07/04

The Backyard

Eine Doku über die harte Street-Variante des Wrestlings, direkt aus dem Hinterhof


Ein Film von Paul Hogh
 
Synopsis: Sie treffen sich nach der Schule, um miteinander zu kämpfen, nach ihren ganz eigenen Regeln. Backyard Wrestling verbindet, Athletik und Gewalt mit Theatralik. Viele amerikanische Kids haben hier eine neue Form gefunden, sich auszuleben, fernab der Computerspiele. Denn hier geht es um lebende Menschen, um Spiel und Gewalt und oft auch um das eigene Blut.
 
Kritik: Paul Hough ist der Sohn des bekannten englischen Horror-Filmregisseurs John Hough (BAD KARMA, DUELL DER LEIDENSCHAFT, MÖRDERISCHE TRÄUME, TANZ DER TOTENKÖPFE). Auch er ist ausgezogen, um den Zuschauer das Fürchten zu lehren, aber er bezieht seinen Stoff aus der Realität. Ohne Ängste, Vorurteile und Zensur im Kopf ist er ausgezogen ins weite Land der amerikanischen Hinterhöfe, und er hat Unglaubliches entdeckt.
 
An den Anfang seines Films stellt er zutiefst schockierende Aufnahmen. 15-20-jährige schlagen sich mit mit Stacheldraht umwickelten Stäben blutig. Sie zertrümmern Neonlampen und Glasscheiben auf dem Kopf des anderen, werfen ihn in brennende Platten, und schneiden ihn mit Rasierklingen. Es sieht aus, als ginge es um Leben und Tod, und Paul Hough weiß die Action geschickt in Szene zu setzen.
 
Zum Glück lässt er daraufhin die einzelnen Protagonisten zu Wort kommen, und es wird deutlich, dass die Kämpfe sehr wohl ihre Regeln haben. Es gibt Matches, bei denen der Sieger bereits vor dem Kampf feststeht, und jeder seinem Charakter entsprechend versucht, den Sieger oder den Gewinner besonders gut darzustellen. Ernsthafte Verletzungen gibt es dabei selten, auch wenn es für den Zuschauer so aussieht. Und es gibt die Kämpfe, die ‚hardcore’ sind, d.h. bei denen es tatsächlich darum geht, das Blut des anderen fließen zu lassen.
 
Die Kids kämpfen aus sehr unterschiedlichen Beweggründen, da ist etwa Scar, der als kleiner Junge unendlich viele Operationen über sich ergehen lassen musste, und der sich bei seinen Backyard Wrestling-Kumpels zum ersten Mal in seinem Leben „akzeptiert fühlt“. Seine ‚sportlichen’ Aktivitäten unterstützen sogar seine Eltern, auch wenn ihnen nicht ganz wohl dabei ist. Aber jetzt, seit er seine erste Freundin hat, wünscht die sich, dass er aufhört mit dem Backyard-Wrestling... Bo hat ganz andere Beweggründe für sein lebenserfüllendes Hobby. Er wurde als Kind oft geschlagen, Schmerzen waren für ihn immer da, also „warum nicht etwas Gutes daraus machen, etwas was ich genieße und womit ich leben kann? Schmerz ist mein einziger zuverlässiger Freund...“
 
THE BACKYARD ist eine extrem authentische Annäherung an das Leben amerikanischer Jugendlicher, die normalerweise nicht im TV zu sehen sind. Paul Hough gestaltet die Motivation der Jugendlichen sehr nachvollziehbar. So wird der Film zu einem brisanten, sozialkritischen Zeitdokument, dem möglichst viele Zuschauer zu wünschen sind.
 
Nana A.T. Rebhan
 
Regie: Paul Hough
USA 2002, 80 Min.
Mit Bo Gates, Justin Gates; Scar, Chaos, The Lizard, Heartless, Bongo, The Retarded Butcher, Nympho, Sic, Rob Van Dam

Erstellt: 28-06-04
Letzte Änderung: 21-07-04