Kinostart 03. Februar 2005 - 01/02/05
Saw
Ein Film von James Wan
Ein nervenzersägender
Serienkillerthriller
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Synopsis: Zwei Männer erwachen in einem schmutzigen Waschraum aus der Bewusstlosigkeit. Sie sind jeweils mit Handschellen mit einer Kette an ein Rohr gefesselt, zwischen ihnen liegt eine Leiche mit Kopfschuss. Der eine von ihnen bekommt per Tonband den Auftrag eines Serienkillers, den anderen Mann innerhalb von zwei Stunden umzubringen. Gelingt es ihm nicht, wird er selbst sterben. Die Zeit läuft.
Kritik: Um es einmal ganz deutlich vorweg zu sagen: Man braucht sehr starke Nerven, um sich diesen extremen Thriller in der Tradition von David Finchers Seven (1995) anzusehen. Saw ist nicht für jeden zu empfehlen - vor allem nicht sehr sensiblen oder psychisch labilen Zuschauern. Zwei australischen Filmschülern ist es mit ihrem Low-Budget-Debütfilm gelungen, bei ihrer Premiere auf dem Filmfestival in Sundance kontroverse Reaktionen auszulösen. Cinema überschlägt sich vor Lob und preist SAW als Meisterwerk mit der Schlagzeile: „Nach sieben kommt nicht acht sondern SAW“. In Deutschland startet der Film gekürzt und mit FSK ab 18 im Kino.
Das brutale Element dieses Films sind weniger gewalttätige Szenen als vielmehr die Tatsache, dass er einen dazu zwingt, sich permanent mit den psychisch kranken Spielchen des Serienkillers auseinanderzusetzen. Der Horror findet im Gehirn des Zuschauers statt. Die zahlreichen Plottwists sorgen dafür, dass dabei keine Sekunde Langeweile aufkommen kann.
Über Rückblenden werden die beiden Männer im Waschraum – Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) und der Hobbyfotograf Adam (Leigh Wannell, der auch zusammen mit dem Regisseur das Drehbuch geschrieben hat) als Charaktere eingeführt. Weitere Szenen beschreiben die vorherigen Morde und zeigen einen besessenen Cop (Danny Glover), der dem Serienkiller auf der Spur ist.
Mörder mit eigenen Wertvorstellungen sind die Schlimmsten ihres Genres. Der „Jigsaw“-Mörder ist etwa überzeugt, dass er der Welt Gutes tut. Er ist angewidert davon, dass die meisten Menschen so undankbar ihrem Leben gegenüber sind, und achtlos mit ihm umgehen, wie etwa Junkies, Ehebrecher oder Selbstmörder. Er will ihnen eine Lektion erteilen und ihren Willen zum Überleben testen. Dazu lässt er sich seine höchst brutalen Spiele einfallen. Eine drogensüchtige Frau etwa muss den Bauch eines betäubten Mannes aufschneiden um an einen Schlüssel zu kommen, mit dem sie das Schloss einer Maske öffnen kann, die sonst nach wenigen Minuten ihr Gesicht zerstören würde. Sie tut es. Ihr Kommentar dem Cop gegenüber: „Er hat mir geholfen. Ich weiss jetzt wieder, was mein Leben wert ist.“ Eine äußerst provokante Aussage.
Der Film überzeugt durch gute Darsteller, eine solide Inszenierung und eine visuell und akustisch gelungene Interpretation des Genres. Vielleicht hätten sich die beiden Autoren den finalen Twist sparen können, er wirkt zu konstruiert und zerstört ein Stück weit den gelungenen psychologischen Grusel-Effekt.
Nana A.T. Rebhan
Saw
Australien/USA 2004
Regie: James Wan
Mit Leigh Whannell, Cary Elwes, Danny Glover, Dina Meyer, Monica Potter
Erstellt: 01-02-05
Letzte Änderung: 01-02-05