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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Taxi -Eine Nacht in Buenos Aires

Kinostart 30. Mai 2002

TAXI - EINE NACHT IN BUENOS AIRES
Taxi - un encuentro

Ein Film von Gabriela David
Argentinien 2001

Synopsis

Esteban ist ein kleiner Gauner in Buenos Aires. Er hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Bevor er sie zu seinem Hehler bringt, spielt er gern für ein paar Stunden den Taxifahrer. Das bringt ihm ein paar Pesos ein und hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Doch in dieser einen Nacht kommt alles anders. Eine junge Frau, Laura, bricht in seinem gestohlenen Taxi mit einer schweren Schußwunde zusammen. Esteban ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls zu helfen und Angst vor Scherereien mit der Polizei. So bringt er die Schwerverletzte nicht ins Krankenhaus, sondern in seine Wohnung, wo er gemeinsam mit seinem Vater die Kugel entfernt und ihr so das Leben rettet. Als ihr Zustand sich nicht zu bessern scheint, gerät Esteban in Panik. Er setzt sie an einer einsamen Straßenecke ab und ruft den Notarzt.

Gegen seinen Willen kann Esteban die rätselhafte Frau nicht vergessen. Er beginnt nach ihr zu suchen. Ein Zeitungsartikel über bringt ihn schließlich auf ihre Spur. Und auch Laura selbst macht sich nach ihrer Genesung auf die Suche nach dem Unbekannten, der ihr das Leben gerettet hat. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist die Erinnerung an den Blick aus der Wohnung des Taxifahrers... Zwei Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die sich in der Einsamkeit der Großstadt durch Zufall finden, verlieren, wiederfinden. Eine scheinbar kleine, intime Geschichte, deren Vielschichtigkeit erst nach und nach sichtbar wird. Auch aufgrund der ungewöhnlichen Erzählstruktur voller Überraschungen und der atmosphärisch dichten Bilder gehört dieser Debutfilm von Regisseurin Gabriela David zu den schönsten Neuentdeckungen aus Lateinamerika.

Kommentar

Die argentinische Regisseurin Gabriela David bringt in ihrem Debütfilm TAXI - EINE NACHT IN BUENOS AIRES Menschen zusammen, die zwar in einer gemeinsamen Stadt, aber dennoch in völlig verschiedenen Welten leben.

Präzise, mit Leichtigkeit und ohne in unangenehme Klischees zu verfallen, stellt sie den ungewöhnlichen Kleinkriminellen Esteban vor. Trotz hohen Risikos rettet er Laura das Leben, als sie beinahe in seinem Taxi verblutet. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause und operiert ihr die Kugel aus dem Leib. So wie es für ihn - in seiner kleinkriminellen Welt - naheliegend ist, dass Laura bei einem Einbruch vom Eigentümer überrascht und verletzt wurde, so wundert sich Laura, dass ihr Lebensretter sie anonym am Straßenrand abgesetzt hat.

Als beide erneut aufeinandertreffen, beantworten sie sich alle offenen Fragen. Und öffnen sich so gegenseitig den Horizont für das Leben des Anderen, das sie sich gar nicht vorstellen konnten. Was sich in Zukunft aus dieser Begegnung ergeben kann, bleibt offen. Der Moment, in dem Esteban Laura am Bus verabschiedet, verbindet beide durch große Intensität. Und in letzter Minute drückt Laura ihm noch ihre Adresse in die Hand.

Gabriela David erzählt eine ganz kleine Geschichte, wie sie vielfach in einer Stadt wie Buenos Aires passieren könnte. Und doch ist ihre Geschichte sehr speziell. Die Stadt selbst mit ihrer latenten aggressiven nächtlichen Stimmung hat dabei ihre ganz eigene Rolle. Hinter dem Fenster des Taxis ist stets die Realität zu spüren, auf den Gesichtern der Schauspieler auch.

Gleichzeitig erzählt Gabriela David einen sehr poetischen Film. Sie setzt dabei auch stark auf metaphorische Zeichen, wie das Fenster in Estebans Wohnung mit dem Ausblick auf die sich kreuzenden Autobahnbrücken. Laura kann sich an diese Aussicht erinnern, und findet so - und nur so - zu Esteban zurück. Die Brücke steht selbstredend auch als Zeichen der Kommunikation für Esteban und Laura. Fast scheint es, als sei diese beeindruckende Aussicht in der Postproduktion entstanden, doch die Regisseurin versichert, dass dem nicht so sei.

Immer wieder baut Gabriela David Träume Estebans mit ein, in denen sein Vater und Laura auftauchen. Die beiden einzigen Menschen, die ihm wichtig sind. In seinen Träumen ist es hell und leicht, Laura tanzt glücklich durch ein Feld. Im wirklichen Leben ist nichts so einfach.

Auch Laura hat viel zu bewältigen. Ihr Vater wollte sie erschießen, sie konnte in letzter Sekunde flüchten, ihre Mutter ist tot. Dank Esteban hat sie die Schusswunde überlebt, und lebt jetzt bei ihrer Oma. Sie zerreißt die Fotos ihrer Familie - die sie ständig erinnern - und lässt sie im Fluss wegtreiben. Sie muss mit der Vergangenheit abschließen, um ein eigenes, ihr eigenes Leben zu leben.

Trotz der immer noch sehr schwierigen, angespannten politischen Situation in ihrem Heimatland Argentinien wollte Gabriela David keinen politischen Film drehen. Sie konzentriert sich auf eine intensive, poetische Geschichte zweier Menschen, die kaum Berührungspunkte miteinander haben, und zwischen denen doch ganz viel passiert. Ein stimmungsvolles, gelungenes Debüt, das der Tragödie nahe steht, und doch immer seine charmante Leichtigkeit bewahren kann.

Nana A.T.Rebhan

Erstellt: 20-04-04
Letzte Änderung: 29-05-02


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