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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 30. Dezember 2004

Der grosse Diktator

Ein Film von Charlie Chaplin


Gelungene Persiflage auf Hitlerdeutschland

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Synopsis: Adenoid Hynkel (Charlie Chaplin als Adolf Hitler) herrscht über Tomanien. Er plant den Einmarsch ins Nachbarland Austerlich. Offizier Schultz heckt ein Attentat auf den Führer aus und sucht dabei Unterstützung im Ghetto. Dort wohnt auch ein kleiner jüdischer Barbier mit Gedächtnisschwund (Charlie Chaplin). Dank seiner großen äußeren Ähnlichkeit mit Adenoid Hynkel gelingt es ihm, dem Führer eine Falle zu stellen.

Kritik: Chaplins Darstellung Hitlers ist grandios. Besonders die Momente sind genial getroffen, in denen er lautmalerisch die Reden des Führers imitiert. Lange hat er erfolgreich die Gestik und Mimik Hitlers in Wochenschauen studiert. Gerade dadurch, dass er eine Kunstsprache verwendet und sich damit einer eigentlichen Bedeutung der Rede entzieht, kann sich der Zuschauer umso mehr auf ihre „Präsentation“ konzentrieren. Die Parodie wird umso treffender. Wäre Hitler eine unbekannte Spezies, die solche Laute und Gesten von sich gibt, man würde sie sofort für bösartig halten. Ab und zu sind einzelne Wortfetzen zu verstehen, etwa „Wiener Schnitzel“. Grade für deutsche Zuschauer bietet dies einen zusätzlichen komischen Aspekt.

Ohnehin schwankt DER GROSSE DIKTATOR zwischen Komödie, Parodie und bissiger Kritik Hitlers. Den komödiantischen Anteil und die damit scheinbar verbundene Verharmlosung des Nationalsozialismus haben Chaplin im nach hinein einige vorgeworfen. Zur Produktionszeit jedoch war das wirkliche unheilvolle Ausmaß der Hitlerregierung nicht vorsehbar. Chaplin war deshalb eher prophetisch als nachlässig im Umgang mit der Thematik.

Bereits 1935 wollte Chaplin eine Satire auf den Führer Deutschlands drehen, 1937 begann er mit der Produktion. In England sollte der fertige Film nicht im Kino laufen, da man keine Parodie auf Hitler wünschte. Zwei Jahre später bereits drängte man Chaplin, den Film fertig zu stellen, denn man konnte ihn nicht schnell genug im Kino zeigen. Nach 539 Drehtagen erlebte Chaplins erster Tonfilm seine Premiere am 15. Oktober 1940 in New York. 1941 erhielt er zwei Oscars für den Besten Film und Chaplin als besten Hauptdarsteller.

Hitler selbst hat den Film selbst wohl zweimal gesehen. Wie er ihm gefallen hat, ist nicht bekannt, was Chaplin stets sehr bedauert hat. Das Ende des Films war völlig anders geplant, als es nun zu sehen ist. Die historischen Ereignisse überschlugen sich: Hitler führte nach dem Anschluss Österreichs seine aggressive „Heim ins Reich“ Politik fort. Chaplin zog seine Konsequenz daraus: Am Ende des Films hält er - nicht als der kleine Barbier, sondern als Chaplin selbst – ein Plädoyer an die Menschlichkeit.

Chaplins Mut war groß: Zu einer Zeit, in der noch kaum jemand die Gefährlichkeit des Nationalsozialismus erkannte, wagte er, eine bitterböse, witzige Satire auf Hitler zu drehen und schuf damit einen Klassiker der Kinogeschichte.

Nana A.T. Rebhan
Der grosse Diktator
USA 1940, 124 Min.
Buch und Regie: Charlie Chaplin
Mit: Charlie Chaplin, Reginald Gardiner, Jack Oakie, Chester Conklin, Billy Gilbert, Paulette Goddard

Erstellt: 27-12-04
Letzte Änderung: 27-12-04


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