Buch und Regie: Fernando León de Aranoa
Mit Candela Peña, Micaela Nevárez, Luis Callejo, Mariana Cordero, Llum Barrera
Synopsis: Die 30-jährige Caye arbeitet als Prostituierte in Madrid. Eines Tages zieht Zulema in eine Wohnung im selben Haus. Die hübsche Zulema kommt aus der Dominikanischen Republik und will ihr Geld im selben Gewerbe verdienen. Eigentlich ist sie billige Konkurrenz für Caye, doch nach und nach freunden sich die beiden Frauen an - gemeinsam sind sie weniger einsam. Kritik: „Man hat Prinzipien oder nicht, die gibt’s nicht zum Kondom dazu,“ ist einer der Lieblingssprüche der stets sehr direkten Caye. Regisseur Fernando León de Aranoa (MONTAGS IN DER SONNE) gelingt es, seinen Film in genau diesem Sinne zu realisieren: Er erzählt den Alltag der einsamen Prostituierten Caye, die davon träumt, einen festen Freund zu haben, der sie von der Arbeit abholt. Das ist nicht viel, meint man, doch für Caye ist es alles andere als leicht zu realisieren. In einer Schlüsselszene des Films hat sie sich in einen jungen Typen verliebt, mit dem sie in einem Restaurant verabredet ist. Einer der Geschäftsmänner vom Nebentisch folgt ihr auf die Toilette und zwingt sie dort, ihm einen Blow Job zu verabreichen. Weinend und aufgelöst kommt sie an ihren Tisch zurück, ihre Verabredung merkt nicht, was passiert ist. Als er sie nach der Wahl ihres Desserts fragt, antwortet sie verführerisch wie routiniert: „Die Nachspeise bin ich.“
Fernando León de Aranoa gelingt es stets, im Sinne seiner beiden weiblichen Hauptfiguren die Balance zwischen einfühlsamen Drama und unaufdringlicher Sozialkritik zu halten. Viele Szenen wirken dokumentarisch, etwa der nächtliche Straßenstrich, der die Atmosphäre sehr gut transportiert. PRINCESAS konzentriert sich auf wenige Schauplätze. Die Wohnungen von Caye und Zulema, den Friseurladen, das Stammcafe und den Straßenstrich, ergänzt von den sonntäglichen Besuchen Cayes bei ihrer Mutter, die den Tod des Vaters nicht verwinden kann. Durch diese Begrenztheit findet sich der Zuschauer schnell im Geschehen zurecht und hat viel Zeit, den Alltag der beiden Frauen kennen zu lernen. Die Handkamera trägt außerdem dazu bei, einen nahen, ungeschönten und präzisen Blick auf das Leben der Prostituierten zu werfen.
Fernando León de Aranoa stellt sich nie über seine Figuren, er verehrt sie, aber er beschönigt sie nicht. Wenn Caye Sätze sagt wie „Wir existieren, weil jemand an uns denkt und nicht umgekehrt“, dann klingt das nicht seltsam, sondern irgendwie weise. Wenn sie, während dies sagt, in einem knappen, nuttenhaften Outfit bei ihren Freundinnen im Friseursalon rumhängt und gerade eine sehr auffällige Frisur gestylt bekommt, entwickelt so ein Satz eine geradezu ungeahnte Poesie aus seinem Zusammenhang. PRINCESAS ist voll von diesen Momenten. Manu Chau durfte den mediterran beschwingten Titelsong des Films komponieren. In einer Szene tanzen Caye und Zulima zu dessen Klängen in einer Diskothek. In diesem Moment sind sie beide glücklich.Nana A.T. Rebhan






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