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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 21. Dezember 2006 - 02/01/07

Vitus

Ein Film von Fredi M. Murer


Wohlfühlfilm aus
der Schweiz

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Schweiz 2006, 120 Min.
Regie: Fredi M. Murer
Mit Fabrizio Borsani, Bruno Ganz, Teo Gheorghiu , Julika Jenkins ,Urs Jucker
 
Synopsis: Vitus ist ein typisches Wunderkind. Seine Eltern sind mächtig stolz auf ihn, und führen gern seine Pianokünste ihren Freunden vor. Wenn er einmal groß ist, soll Vitus ein weltbekannter Pianist  werden, das steht bereits fest. Doch Vitus wäre bisweilen ganz gerne ein normales Kind. In der Schule ist er durch seine altkluge Art zum Außenseiter geworden. Richtig wohl fühlt er sich nur bei seinem Großvater – seinem besten Freund. Eines Tages hat er eine Gehirnerschütterung – seine Chance endlich ein ganz normaler Junge zu sein...
 
Kritik: Für den Auslands-Oscar 2007 schickt die Schweiz VITUS ins Rennen. Das ist nicht besonders überraschend, denn der Wohlfühl-Familienfilm hat sich bereits in über 30 Länder verkauft und dürfte wohl bald ähnliche Erfolge wie seinerseits DIE WUNDERBARE WELT DER AMELIE feiern.
 
Der 65-jährige Schweizer Regisseur Fredi M. Maurer hat sich mit VITUS einen Lebenstraum erfüllt, denn an diesem Filmstoff bastelt er schon seit Jahren. Das Drehbuch ist gut gereift, das merkt man der Dramaturgie und den Dialogen an. Leider ist sein Film dennoch nicht ganz klischeefrei. So hat der 12-jährige Vitus durchschlagenden Erfolg an der Börse und erwirtschaftet so ein Vermögen aus den spärlichen Ersparnissen seines Großvaters. Auch sonst weiss er die Erwachsenen mit Hilfe seines furchterregenden IQ’s zu beeindrucken und auszutricksen. Doch dadurch, dass sowohl Opa wie auch Enkel mit Kanten und Ecken gezeichnet sind, bleibt der Film interessant anzusehen. Die Szenen ihrer tiefen Freundschaft gehören zu den berührendsten des Films. Opa wie Enkel träumen vom Fliegen, und so bastelt Opa – charismatisch und charmant von Bruno Ganz gespielt – seinem Enkel in der Werkstatt Ikarusflügel aus Holz und Leder.
 
Für die Rolle des Vitus war sich Fredi M. Maurer lange unschlüssig: Sollte er ein ganz „normales“ Kind besetzten, und die Klavierszenen doubeln? Oder ein Wunderkind finden, das hervorragend Klavier spielen und auch noch schauspielern konnte? Maurer entschied sich für die Wunderkindvariante: Der 12-jährige Teo Gheorghiu besucht in London eine Musikschule für hoch begabte Kinder. All die Klavierszenen wurden nicht gedoubelt, sondern von Teo Gheorghiu selbst gespielt. Auch als Schauspieler ist er durchaus talentiert. Überzeugend verkörpert er Vitus, der bisweilen als unsympathischer arroganter Teenager gezeigt wird, der zwar überragend intelligent sein mag, aber dafür nicht eben viel Gespür für den Umgang mit Mädchen besitzt – ein weiteres Klischee...
 
 
Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 19-12-06
Letzte Änderung: 02-01-07