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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 15. September 2006

Die Erde von oben

Ein Film von Renaud Delourme


Animierte Diashow eines
hervorragenden Fotografie-Bildbandes

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Frankreich 2004, 67 Min.
Nach dem photographischen Werk von Yann Arthus-Bertrand

Synopsis: Die Erde von oben erzählt von der Schönheit und der Vielseitigkeit unseres Planeten, indem diverse Kontinente und Klimazonen auf 170 Bildern ausschließlich aus der Vogelperspektive gezeigt werden.

Kritik: Angelehnt an die biblische Schöpfungsgeschichte hat der TV-Journalist Renaud Delourme seinen ersten Kinofilm in sieben Kapitel gegliedert: Genesis, Mensch, Sinne, Babel, Chaos und Ordnung, Zivilisation und Terra Incognita. Der Film beginnt mit dem zentralen Motiv des Herzens von Voh in einem Mangrovengebiet in Neukaledonien, das auch das Titelbild des gleichnamigen Fotobandes ziert. Dieser gilt mit 3.500.000 verkauften Exemplaren als meistverkaufter Bildband Europas. Untertitel des Werkes: 365 Tage, um die Schönheit unserer Erde zu betrachten, 365 Tage, um über unsere Welt nachzudenken.

Delourne greift die kritische und inspirierende Botschaft des Untertitels nicht nur auf, er presst sie seinem ganzen Machwerk so stark auf, dass es kaum mehr möglich ist, die Schönheit der Aufnahmen zu genießen. In einem inszenierten Gute-Nacht-Gespräch zwischen einem Vater und seinem neugierigen Sohn werden diverse Fragen des Kindes aufgegriffen, die den Vater veranlassen, über die böse, böse Menschheit und ihren fahrlässigen Umgang mit Mutter Erde zu dozieren. Diese Botschaft auf Volkshochschulniveau ist mehr als ärgerlich. Natürlich scheut sich Delourne auch nicht, den „Kleinen Prinz“ von Antoine de Saint- Exupéry für seine Dienste auszuschlachten, Zitate aus dem Werk von Edgar Morin „das Rätsel des Humanen. Grundfragen einer neuen Anthropologie“ gibt es obendrein.

Armand Amar hat einen schönen Soundtrack geschaffen, der sich von der Musik des jeweils gezeigten Kontinents inspirieren lässt. Eine sanfte Musik, die über den Bildern schwebt. Nur leider kommt sie kaum zur Geltung, wie auch die Bilder selbst, denn die dominanten Worte des Vaters schweben bedrohlich über ihnen und zerstören jegliche Atmosphäre.

Die Farbbilder selbst sind hervorragende, sorgsam ausgewählte Vogelperspektiven, in jahrelanger Arbeit fotografiert. Da gibt es Bergmassive, Menschenmassen, Flussläufe, Metropolen, seltsame Schattenspiele und vieles mehr zu bewundern. Dazu sei jedem Interessierten der gleichnamige Bildband aus dem Knesebeck-Verlag ans Herz gelegt. Die Hin- und herzoomende Kamera, die dem Zuschauer den Blick diktiert, verbunden mit dem pseudo-philosophischen Gespräche aus dem Off, das stimmt den Zuschauer nicht nachdenklich sondern ärgerlich.

Nana A.T. Rebhan


Die biblische Schöpfungsgeschichte
Buchtipp

Erstellt: 12-09-06
Letzte Änderung: 08-11-06


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