So geht es etwa in einem der nominierten Werbefilme um den BMW Mini. Den Preis in dieser Kategorie sollte der Vertreter des Hauptsponsors Mercedes Benz überreichen, Herr Lothar Korn. Ihn begrüßte der unsägliche Moderator mit den Worten „Wer paßt zu BMW Mini besser, als einer von Mercedes Benz“, um sich dann über Herrn Korns Funktion als „Leiter Global Advertising Mercedes-Benz PKW“ zu mokkieren. Stefan Aust - Chefredaktuer des Spiegels und ein weiterer Hauptsponsor der Veranstaltung - wusste sich schlagfertig zur Wehr zu setzen. Seine Worte waren schneller und treffsicherer als die des Moderatoren. Den ersten Preis in der Kategorie Spielfilm gewann die Berliner Regisseurin Birgit Grosskopf, die an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte. Prinzessin erzählt die Geschichte einer Mädchengang mit ebenso beiläufiger wie unbeschreiblicher Brutalität. Die Jury – Maria Furtwängler, Burghart Klaußner, Hannes Stöhr, Ruth Toma und Nadja Uhl – begründeten ihre Entscheidung: „Wir haben einen sehr politischen Film gesehen, der in einem fast ’magischen‘ Realismus erzählt ist. Prinzessin ist gegenwartsnah und entrückt zugleich – eine Eiszeit.“
Überreicht wurde der Preis vom schlagfertigen Schauspieler Burghart Klaußner, der vor kurzem auf dem Internationalen Filmfestival in Locarno für seine Hauptrolle in der ARTE-Koproduktion Der Mann von der Botschaft mit dem Preis für den Besten Männlichen Darsteller ausgezeichnet worden ist. Klaußner wies den pöbelnden Moderator innerhalb von Sekunden souverän in seine Schranken. Die Gewinnerin Birgit Grosskopf bedankte sich überglücklich für das Preisgeld von 25.000 Euro: „Einen 90-Minüter zu machen, wenn man nicht weiß, wie man seine Miete zahlen soll, ist sehr, sehr schwierig. Das Geld hier ist wirklich super und bewahrt mich vor Hartz-IV.“Als letzter Redner betrat Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, die Bühne. Er lobte die Veranstaltung, die erfrischend anders sei als andere Filmpreisverleihungen. Man erfahre durch die gezeigten Ausschnitte etwas über alle nominierten Filme – das sei so sonst nie so.
Eine betäubend laute Trommlercombo spielte den Schäferhund der Filmbranchenherde und jagte das Publikum zuerst in den Theatersaal zur Preisverleihung und anschließend, nach dem offiziellen Teil, in das DaimlerChrysler Atrium. Dort wartete ein üppiges Büffet auf die hungrigen Mäuler, unter anderem Flußkrebs an roter Bete in Konservendose. Besonderes Highlight: Mangosorbet mit Chilischote. Nana A.T. Rebhan






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