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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 11. Dezember 2008 - 05/12/08

Transsiberian

Ein Film von Brad Anderson


( Arte Bewertung: 3 ) Ein Zugthriller in Memoriam Alfred Hitchcock

  • Trailer "Transsiberian"

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Synopsis: Das amerikanische Ehepaar Roy und Jessie will mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau fahren, 9000 Kilometer, sieben Tage lang. Auf der Fahrt teilen sie sich mit einem verdächtigen Pärchen das Abteil, werden in ein Verbrechen verstrickt und bekommen es mit zwei Drogenfahndern mit extrem harten Recherchemethoden zu tun.

Kritik: Der Name Anderson scheint unter amerikanischen Regisseuren eine Art Qualitätsversprechen zu sein. Oder die drei haben sich zu einem Triumvirat der Kreativität verschworen. Oder wie kommt es sonst, dass Paul Thomas, Wes und Brad so gute und ausgefallene Filme machen, die sich vom sonstigen US-Mainstreamkino absetzen? Brad Anderson jedenfalls beruft sich auf das europäische Kino, Alfred Hitchcock und dessen berühmte Eisenbahnfilme, wie etwa STRANGERS ON A TRAIN und THE LADY VANISHES.

Zuerst lädt er den Zuschauer ein auf eine idyllische Zugfahrt. Kameramann Xavi Gimenez tut, was er kann, um die verschneite, eisige Landschaft und die heruntergekommene, einst so prachtvolle sibirische Eisenbahn in Szene zu setzen. Erst nach und nach wird klar, dass sich aus der gemütlichen (und durchaus gelungenen) Charakterzeichnung der Figuren im ersten Teil des Films ein Thriller entwickelt, der allerdings mit relativ voraussehbaren Plots ausgestattet ist. Die Britin Emily Mortimer (MATCH POINT, YOUNG ADAM) hat den Part der gläubigen Jessie übernommen, die in einen (unvorhersehbaren) Kriminalfall verwickelt wird. Es ist eine ihrer besten Rollen, denn sie spielt einerseits die unbedarfte Gutmenschin, die vor der Fahrt monatelang mit ihrem Gatten Roy (etwas blass und unsympathisch Woody Harrelson (NO COUNTRY FOR OLD MEN), was aber wohl an der Rolle liegt) aus sozialem Verantwortungsgefühl Kindern in Peking Englischunterricht gegeben hat. Andererseits aber ist ihre Rolle so angelegt, dass man die ganze Zeit spürt, dass sie in der Vergangenheit ganz anders war, und dass ihr treuer und ergebener Mann Roy sie aus diesem Sumpf befreit hat.

Transsiberian
Deutschland/Großbritannien/Litauen/Spanien 2008, 115 Min.
Regie: Brad Anderson
Mit Woody Harrelson, Emily Mortimer, Kate Mara, Eduardo Noriega
Die Konstellation, ein Kriminalfall, eine lange Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn und das vorkommende Personenensemble, all das hätte das Zeug zum Klassiker. Und doch gelingt es Brad Anderson nicht, an die Qualität seines Films DER MASCHINIST (2004) anzuknüpfen. Das liegt unter anderem an der Geradlinigkeit seiner Erzählung in TRANSSIBERIAN, dass man Jessie ihr konträres Handeln nicht völlig glaubt und die daran anknüpfenden Handlungsstränge vorhersehbar sind. Dennoch ist der Film allemal sehenswert. Der Score von Alfonso Villalonga erinnert in seiner Dichte und dem Anschwellen der Bedrohung an die Kompositionen von Bernhard Hermann, der einst u.a. für Alfred Hitchcock die Musik schrieb. Leider ist gerade das Ende viel zu konventionell geraten für einen kreativen Geist wie Brad Anderson, der die Freiheit zu lobpreisen weiß, die er bei der Zusammenarbeit mit der spanischen Firma Filmax besitzt: "Sie haben mich verdorben. Sie lassen mich einfach machen. Ich kann meine Vision umsetzen, ohne dass sie sich einmischen. (...) In Europa sieht man Film noch als Kunstform, und nicht als Produkt. Ich wäre verrückt, nicht davon profitieren zu wollen."

Trotz seines amerikanischen Regisseurs ist TRANSSIBERIAN ein sehr europäischer Film geworden, mit Ausnahme von Woody Harrelson und Kate Mara (SHOOTER), die beide amerikanische Schauspieler sind. Sir Ben Kingsley und Thomas Kretschmann dürfen außerdem zwei wunderbare Rollen übernehmen - als Bösewichte mit knallharten, russischen Mafiamethoden.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 05-12-08
Letzte Änderung: 05-12-08