Kritik: Seit seinem Thriller "Nightwatch - Nachtwache" (1994) und dem von ihm selbst gedrehten Hollywoodremake seines Films ("Freeze - Albtraum Nachtwache", 1997), mit Ewan McGregor und Nick Nolte in den Hauptrollen hat man hierzulande nicht mehr viel von dem dänischen Regisseur Ole Bornedal gehört. Doch nun kommt er mit einem Film zurück in die Kinos, der ganz so wie ein klassischer RKO-Film Noir beginnt. Ein Mann liegt blutüberströmt mitten auf einer Straße, es regnet nicht nur, nein es schüttet, die Lichter der Nacht spiegeln sich auf dem nassen Asphalt und eine junge Frau rennt schluchzend zum Opfer. Aus dem Off ist ein lakonischer Kommentar zu hören, und einige noch zusammenhanglos erscheinende Liebesszenen folgen, die im Verlauf des Films wichtig werden.
Ole Bornedal liebt es, seinen Zuschauern ein Puzzle zu servieren, das sich erst nach und nach zusammenfügen wird, und dabei noch mehrmals Richtung und Genre wechselt. Dass Bornedal Humor besitzt, beweist er schon mit seinem Originaltitel "Just Another Love Story". "Bedingungslos" ist alles andere als eine normale Liebesgeschichte: Jonas nimmt mehr und mehr die Identität von Sebastian an, für den er fälschlicherweise gehalten wird. Dieser jedoch liegt angeblich in einer Leichenhalle in Hanoi. Als ein einbandagierter, mysteriöser Fremder im Krankenhaus sein Unwesen treibt, ist dem Film deutlich anzusehen, wo sein Regisseur gelernt hat: In den Katakomben des Krankenhauses ist der Horror deutlich zu spüren, den der Rollstuhl fahrende Fremde verströmt.
Auch in anderen Momenten wird deutlich, wie stark "Bedingungslos" von Wechseln und Überraschungen lebt. Auch die vielen Schauplätze überraschen. Kameramann Dan Lautsen, mit dem Bornedal bereits mehrmals gearbeitet hat, schenkt uns schöne, aber auch sehr stylische Bilder, die mal die Tristesse eines Neubaugebietes in Kopenhagen, mal das paradiesische Postkartenidyll Thailands heraufbeschwören.

Dänemark 2007, 99 Min.
Buch und Regie: Ole Bornedal
Mit Anders Wodskou Berthelsen, Rebecka Hemse, Nikolaj Lie Kaas, Charlotte Fich, Dejan Cukic

Ein guter Film Noir beginnt mit einer schönen Frau und einem Geheimnis, behauptet ebendieser Kollege. "Bedingungslos" toppt diese Aussage und beginnt gleich mit zwei schönen Frauen, drei Geheimnissen und drei Liebesszenen. Klar, am Ende fügt sich auch noch das letzte Teilchen in das Puzzle, und was nicht passt, wird passend gemacht.
Nana A.T. Rebhan






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( Arte Bewertung: 4 )






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