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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 16. Februar 2005 - 15/02/05

Verschwörung im Berlin - Express

Ein Film von Peter Dalle


Highsmith meets Hitchcock
– im Berlin-Express

Synopsis: Der erfolglose Autor Gunnar begiebt sich im Winter 1945 in den Non-Stop-Stockholm-Berlin-Express um beim Wiederaufbau in Berlin zu helfen. Gunnar meint es mit allen gut, doch er richtet durch seine Tollpatschigkeit bei seinen Mitreisenden grosse Schäden an, die bisweilen gar zum Tod führen.

Kritik: Verschwörung im Berlin - Express ist eine wunderbar skurrile Hommage an die Screwballcomedies der 40er Jahre, Patricia Highsmith, Alfred Hitchcock-Movies, den Film Noir, Peter Sellers Inspektor Clouseau, die Monty Pythons und viele andere.
In nostalgischem schwarz/weiss gehalten nimmt der Film den Zuschauer mit auf eine chaotisch-turbulente Reise. An Bord des Zuges sind mehr als ein halbes Dutzend skurrile Gestalten, die die Fahrtzeit – und manchmal auch das Leben einiger Mitreisender verkürzen.

Als da wären: Ein exzentrisches aristokratisches Schwulenpäarchen, bei dem der eine den anderen unterjocht, aber die ohne einander nicht leben können, ein Arzt, der seine Geliebte beauftragt, seine Ehefrau umzubringen, ein verwundeter Kriegsheimkehrer, zwei Nonnen und eine Gruppe baltischer Flüchtlinge. Gutmensch Gunnar gelingt es im Laufe der Fahrt unabsichtlich, mehrere von ihnen ins Jenseits zu befördern – unabsichtlich versteht sich.

Der schwedische Regisseur Peter Dalle stellt seinem Film einen Satz Wittgensteins voran: „Nichts ist wie es scheint“. Wittgenstein ist des Gutmenschen Gunnars Lieblingslektüre – und spätestens bei seiner Ankunft in Berlin versteht er die Wahrheit dieses Satzes.

Auch wenn dieser Film kein Meisterwerk geworden ist, so ist er doch eine sehr unterhaltsame Hommage an Klassiker wie MORD IM ORIENTEXPRESS oder Hitchcocks DER FREMDE IM ZUG. Die Handlung tritt bisweilen in den Hintergrund und lässt den komischen Momenten viel Raum, aber das ist durchaus in Ordnung so. Der schwarze, bisweilen zynische Humor sorgt für Unterhaltung und die aufmerksame Nachahmung seiner Vorbilder erfreut den Zuschauer. So sorgt Peter Dalle für minimalen Einsatz moderner Computertechnik und konzentriert sich lieber auf altmodische Techniken, wie etwa die beliebten Rückprojektionen. Was ihn allerdings von seinen Vorbildern unterscheidet ist das gelungene, überraschende Ende. So eine Auflösung des Thrillers wäre damals in einem Film nicht möglich gewesen – höchstens in der Realität. Peter Dalle aber ist so frei das gesellschaftlich unmögliche zu zeigen, während er selbst in der Rolle des pedantischen Zugschaffners über das völlig chaotische Treiben der Reisenden wacht.

Verschwörung im Berlin - Express ist ein unterhaltsamer Albtraum in Schwarz/Weiss.

Nana A.T. Rebhan
Verschwörung im Berlin - Express
Schweden 2003, 100 Minuten
Buch und Regie: Peter Dalle
Mit: Gustav Hammarsten, Kristina Törmquist, Anna Björk, Gösta Ekman, Peter Dalle

Erstellt: 15-02-05
Letzte Änderung: 15-02-05