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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 09. September 2004 - 07/09/04

In your hands

Der Film regt zum Nachdenken an, ist jedoch insgesamt uninteressant


Ein Film von Annette K. Olesen
 
Der Trailer zum Film (Real Video)
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ADSL
 
Synopsis: Die Theologin Anna tritt eine Stelle als Pfarrerin in einem Frauengefängnis an. Die neue Insassin Kate ist besonders schweigsam und soll angeblich übersinnliche Kräfte besitzen. Der Umgang zwischen beiden Frauen ist schwierig, doch als Anna erfährt, dass sie ein behindertes Kind erwartet, kommen die beiden sich näher.
 
Kritik: Nun sieh mal einer an! Ein Dogma-Film im Wettbewerb. In den letzten Jahren liefen auf den Filmfestivals bestenfalls mittelmäßige Werke, deren Regisseure sich auf Lars von Triers und Thomas Vinterbergs berühmte Dogma-Charta beriefen. Sollte „Forbrydelser“ nach Jahren der Flaute etwa einen Wendepunkt darstellen? Nicht wirklich. Der Vorspann bringt eine Überraschung mit sich, ein Zertifikat, das Annette K. Olesen die strikte Einhaltung der Dogma-Regeln bescheinigt. Das Publikum reagiert erstaunt und belustigt. Danach spult der Film das übliche Programm ab. Zunächst werden die klassischen gesellschaftlichen Konflikte beleuchtet.
 
Nun gut, eine gebildete Frau aus einem privilegierten Milieu und eine sozial schwache, drogensüchtige Gefangene wird immer mehr trennen als ein paar Eisenstäbe. Dann stellt der Film die Frage nach der Rolle der Religion in unserer Gesellschaft: Eine Pfarrerin versucht, den Gefangenen zu helfen, während eine der Insassinnen Wunder vollbringen könnte. Seit „Festen“ wird das erste Thema nach immer dem gleichen Strickmuster behandelt. Die Auseinandersetzungen haben es in sich und das kalte Licht lässt die Aggressionen noch stärker, die Gesichter noch angespannter wirken.
 
Das zweite Thema, das Dogma-Vordenker Lars von Trier mit seinen Martyrer-Figuren in „Breaking the Waves“ und „Dancer in the Dark“ bis zum Gehtnichtmehr ausgeschlachtet hat, dient nur als Vorwand, um die o.g. Konflikte zwischen den Figuren zu schüren. Zur Inszenierung ist zu sagen, dass die Regisseurin das Dogma-Anliegen von vor 10 Jahren, gegen die offizielle Lehre aufzubegehren, nicht verinnerlicht hat. Vielmehr scheint das „Dogma“ Annette K.Olesen den nötigen Vorwand dafür zu liefern, als Regisseurin keine Position ergreifen zu müssen.
 
„Forbrydelser“ ist ein anerkennenswerter Film, der wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft, den man jedoch auch schnell wieder vergessen wird.
 
Julien Welter
 
Regie: Annette K. Olesen
Mit Ann Eleonora Jorgensen und Trine Dyrholm
101 Min. Dänemark 2003
OT Fobrydelser
Offizieller Wettbewerbsbeitrag der 54. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2004
www.arte-tv.com/berlinale

Erstellt: 07-09-04
Letzte Änderung: 07-09-04