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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 12. Juli 2007 - 10/07/07

Clerks 2 - Die Abhänger

Ein Film von Kevin Smith


Die einst coolen Ladenhüter werden zu selbigen

USA 2006, 98 Min.
Mit Brian O’Halloran, Jeff Anderson, Rosario Dawson, Trevor Fehrman

Synopsis: Nachdem ihr einstiges „Quick Stop“ abgebrannt ist, nehmen Dante und Randal einen Job in der fiktiven Fast-Food-Kette Mooby’s an. Doch nach einem Jahr hat Dante andere Pläne: Er will heiraten und nach Florida ziehen. Randal kann sich ein Leben ohne seinen besten Kumpel gar nicht vorstellen, und das letzte Wort ist da noch lange nicht gesprochen. Es gibt da ja auch noch die Mooby’s-Chefin Beckie, die es auf Dante abgesehen hat.

Kritik: Es gibt Filme, die zur richtigen Zeit den richtigen Nerv treffen und deshalb sofort unsterblich werden. CLERKS – DIE LADENHÜTER war so ein Film: Billig produziert, in grobkörnigem Schwarz/weiß gedreht, überzeugten die frechen Dialoge und Geschichten der beiden Kumpel Dante Hicks und Randal Graves. Die beiden waren zwei sympathische Loser, die die aufregendsten Geschichten ihres Lebens in ihrer Fantasie auslebten. Diese waren so bizarr, dass die amerikanische Rating-Komission MPAA beschloss, dem Film nur eine NC-17 Freigabe zu geben, alleine auf Grund seiner expliziten Dialoge, denn freizügige Szenen gab es keine einzige. Das jedoch hätte den finanziellen Tod bedeutet, denn NC-17 Filme laufen in Amerika in kaum einem Kino. Dank eines guten Anwalts gelang es schließlich doch, ein R-Rating zu bekommen, und CLERKS wurde ein kommerzieller Erfolg. Das war 1994.

12 Jahre später: Kevin Smith stellt eine DVD-Edition zusammen und bekommt Lust, ein Sequel seines besten Films zu drehen. Keine gute Idee, denn manch glückliche Konstellation ist nicht wiederholbar, das gilt auch für Filme. Aber er wollte es unbedingt wissen: schrieb ein Buch mit denselben Charakteren, die 12 Jahre älter geworden sind, scharte die beiden Schauspieler Brian O’Halloran und Jeff Anderson erneut um sich und pflanzte sie in das sterile Mooby’s, ein Fast-Food-Restaurant einer fiktiven Kette. Dort dürfen sie über alles und jeden philosophieren, aber wirklich witzig ist das nur in wenigen Momenten.

Da gibt es etwa erneut die endlose Diskussion zwischen dem STAR-WARS-Fan und dem HERR-DER-RINGE-Fan, die schon in diversen Kevin Smith-Filmen geführt wurde oder in denen Szenen aus STAR WARS persifliert wurden. Kurze Bemerkung am Rande: mittlerweile veröffentlichen STAR-WARS-Fans im Internet Szenen, in denen sie in STAR-WARS-Kostümen Szenen aus CLERKS nachspielen.

Sehr komisch allerdings ist die Szene, in der der 19-jährige Elias voller Ernsthaftigkeit Randal erklärt, warum er noch nie Sex mit seiner Freundin gehabt hat. Da wohnt doch tatsächlich ein „Pussy-Troll“ dort unten in der Höhle, der gefährlich bissig werden kann...

CLERKS 2 kommt in buntem Technicolor daher und das Budget ist ganze 100 Mal größer geworden: CLERKS – DIE LADENHÜTER kostete 50.000 Dollar, wobei damals über die Hälfte des Budgets der Soundtrack verschlang. Kevin Smith verkaufte dafür seine gesamte Comicsammlung, um das Geld aufzutreiben – aber nachdem der Film erfolgreich lief, kaufte er sie zurück. Diesmal ist er wohl kaum ein persönliches Risiko eingegangen, und das Ergebnis ist sehr durchschnittlich. Aus der einstigen Independent-Sensation von 1994, einem richtigen Slacker-Film mit eckigen Charakteren ist eine gemütliche Großproduktion geworden. Durch die noch vorhandenen Parallelen - etwa das Drogen verkaufende geniale Pärchen Jay und Silent Bob (vom Regisseur selbst gespielt) - werden wir allerdings ständig an das Original erinnert, mit dem sich CLERKS 2 aber nicht vergleichen lässt. Es ist, wie wenn man eine Ex-Affäre trifft, die man mal für sehr sexy hielt, und nun steht er vor einem, hat 20 Kilo zugelegt und erzählt, wie toll es ist Papi zu sein.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 10-07-07
Letzte Änderung: 10-07-07