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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 09. März 2006 - 29/03/06

Aus der Ferne

Ein Film von Thomas Arslan


Dokumentarfilm über eine
Reise durch die Türkei

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Deutschland 2005, 89 Min.

Synopsis: Im Mai vergangenen Jahres reiste der deutschtürkische Filmemacher Thomas Arslan in die Türkei – zum ersten Mal seit 20 Jahren. AUS DER FERNE ist der Film eines Durchreisenden, es ist der persönliche Blick des Filmemachers auf seine zweite Heimat.

Brunnen in DoğubayazitKritik: Dieser Film ist gelinde gesagt sperrig. Das sollte jeder potentielle Zuschauer vor seinem Kinobesuch wissen. Obwohl Thomas Arslan eine persönliche Reise in die Heimat seines Vaters unternommen hat, und sein Blick ein persönlicher ist, bleiben seine Bilder seltsam distanziert. „Ich wollte keine Reise unternehmen, die auf einer bestimmten Annahme oder Theorie basiert und schon Bewusstes überprüft, sondern meinen eigenen Blick schärfen. Daher habe ich mich auf die scheinbar unverdächtigen Alltagseindrücke konzentriert.“

Arslan zeigt Mädchen, die ein Kreuzworträtsel lösen, einen Jungen, der seinem Vater beim Mülltrennen hilft, Kinder, die auf der Strasse spielen, Kinder in einer Schule, immer wieder Kinder. Kinder sind dankbare Objekte. Sie wollen nicht wissen, was die Kamera da soll, sie spielen einfach weiter und sind stolz, dabei beobachtet zu werden. Immer wieder sieht man Blicke aus dem Auto, das sich durch die Türkei bewegt. Von Istanbul und Ankara über Gaziantep, Diyarbakir, Van bis nach Dogubayazit an der iranischen Grenze.

SchulhofDer Filmemacher vermeidet die vielzitierten Klischees der Türkei, die durch alle Medien gingen, weil die Türkei der EU beitreten will: Istanbuls Brücke zwischen Europa und Asien, Moscheen, Sehenswürdigkeiten aller Art. Sein Blick ist nicht touristisch, es ist der Blick eines Durchreisenden, der den Alltag betrachtet.

Einmal sind zwei Männer an einem Schneidetisch zu sehen, die sich Gedanken über eine Filmmontage machen. Leider erfährt der Zuschauer nicht, dass es sich dabei um den türkischen Regisseur Nuri Bilge Ceylan handelt. Ceylan sagt nichts, nur zwei kurze Kommentare zu seinem Montageproblem und dann geht’s weiter. Wieder auf einer holprigen Strasse, der Blick der Kamera wackelt, ein weiteres Hotelzimmer. Ein winziges Fitzelchen Intimität haben die Bilder aus dem Inneren der Hotelzimmer auf die Strasse. Meist sieht man dabei ein wenig Meer am Horizont. Sie bilden eine Art Rahmen des Films, damit er nicht ganz in seinen beobachteten, „gestohlenen“ Bildern auseinander bricht.

Strasse in AnkaraArslan nähert sich nicht den Menschen, die er vor seiner Kamera sieht, er fragt sie nichts, er zeigt sie nur. Das ist nach einer Weile sowohl enttäuschend als auch ermüdend. Dieser Film erfordert höchste Konzentration des Zuschauers. Auch oder grade weil einem nach den ersten zwei Minuten klar wird, dass es keine „Erlösung“ geben wird, keine Interviews, kaum Off-Kommentar, und wenn, dann höchstens zwei Sätze nüchterner Information. Manche Zuschauer feiern diese Stille, diese Kontemplation, die für sie die gut kadrierten Bilder zu kleinen Wunderwerken werden lässt, andere wiederum warten ungeduldig auf das Ende.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 21-03-06
Letzte Änderung: 29-03-06