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ARTE Schwerpunkt Jeanne Moreau

Auch wenn Jeanne Moreau bereits ihren 80. Geburtstag feiert, spielt sie in der Liga der wichtigsten europäischen Schauspielerinnen noch ganz vorne mit.

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Dienstag 22. Januar 2008 um 14.55 Uhr

Jules und Jim

Paris, 1907. Den österreichischen Studenten Jules und den französischen Studenten Jim verbindet nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch die Liebe zu Catherine. Diese fühlt sich zu beiden Männern hingezogen, heiratet aber schließlich Jules. Als Jim die beiden nach dem Krieg besucht, flammt die alte Leidenschaft zwischen ihm und Catherine erneut auf...

Der Österreicher Jules und der Franzose Jim lernen sich vor dem Ersten Weltkrieg in Paris kennen. Auf ihren Streifzügen durch die Stadt treffen die beiden jungen Studenten auf Catherine und sind sofort fasziniert von dieser unberechenbaren und leidenschaftlichen Frau. Catherine verliebt sich ihrerseits in beide Männer, entscheidet sich jedoch schließlich für den etwas linkischen Charme von Jules. Noch vor Kriegsbeginn heiratet sie Jules und geht mit ihm nach Deutschland.
Als Jim das Paar nach dem Krieg in deren Domizil im Schwarzwald besucht, zeigt sich, dass die Ehe der beiden nicht glücklich verläuft und Catherine enttäuscht von der Beziehung ist. Zugleich flammt die alte Leidenschaft zwischen ihr und Jim wieder auf. Um seine Frau und den Freund nicht ganz zu verlieren, duldet Jules das Liebesverhältnis, das - zu Catherines großer Trauer - kinderlos bleibt. Als Jim nach Paris zurückkehrt, ahnt Catherine, dass sie ihn für immer verlieren wird. Als sich die drei Freunde Jahre später zufällig in Paris wieder begegnen, haben sich die Vorzeichen ihrer Beziehung geändert...


ZUSATZINFORMATION

Auf der Suche nach einer geeigneten Rolle, die Jeanne Moreaus Persönlichkeit angemessen herausstellen sollte, stieß Regisseur François Truffaut auf Henri-Pierre Rochés Roman "Julies et Jim". In der filmischen Adaption der Dreiecksgeschichte stellt Moreau als Catherine eine Art Katalysator zwischen zwei Freunden dar, die durch den Ersten Weltkrieg aufgrund ihrer unterschiedlichen Nationalität eigentlich zu Feinden werden sollten, deren enge Bindung aber nicht nur den Krieg, sondern auch die wechselnde Bevorzugung durch Catherine verkraftet. "Catherine ist nicht besonders hübsch, noch intelligent, aber sie ist eine richtige Frau, die wir lieben und die alle Männer begehren", so beschreibt sie Jules, der junge Deutsche.
Der Film ist nicht nur die feinsinnig gesponnene Schilderung einer Ménage à trois, er ist vor allem auch ein komplexes, schillerndes Spiel mit verschiedenen Erzählebenen, mit Widersprüchen und Parallelen, wie sie typisch sind, für die Werke Truffauts.
Wie auch in anderen seiner Filme bedient sich Truffaut in "Jules und Jim" dem Stilmittel des parallelen Kommentars, der sowohl ironische Distanz als auch ein kontrastives Element zu den Bildern schafft, dabei aber nie die Leichtigkeit der Inszenierung beeinträchtigt. Truffaut selbst bezeichnete seinen Film, der einer seiner berühmtesten werden sollte, als "heiter" - trotz des tragischen Endes.
Für Jeanne Moreau und Oskar Werner, die beide später weitere Filme mit Truffaut drehten, stellte "Jules und Jim" eine Neuorientierung innerhalb ihrer Karriere dar: Truffaut war derjenige Filmemacher, der als erster ihre schauspielerische Persönlichkeit entdeckte und angemessen in Szene setzte.

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Jules und Jim
Dienstag 22. Januar 2008 um 14.55 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1961, 102mn)
ARTE F

Erstellt: 18-01-08
Letzte Änderung: 18-01-08

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