New York, 11. September 2001: Gerade ist das Flugzeug in den Nordturm eingeschlagen. Gregor Luckner, deutscher Investment-Banker, hatte dort einen Termin. Jan Ottmann, sein Partner in München, fühlt sich schuldig. Es war sein Termin, aber er wollte seine schwangere Frau Paula nicht alleine lassen. Ist Gregor tot? Eine Frage, die nicht nur Jan quält. Zusammen mit der Journalistin Elsa, der Geliebten von Gregor und engen Freundin von Jan, wartet er am Telefon auf ein Lebenszeichen des Freundes. In dieser Zeit der großen Ungewissheit erinnert sich Jan an sein und Gregors gemeinsames Leben, das in einer bayerischen Kleinstadt Mitte der 70er Jahre begann.
Als die Jugend gegen den Vietnamkrieg protestierte und in holzgetäfelten Party-Kellern Deep Purple hörte, wachsen in Landshut zwei absolut ungleiche Jungen auf. Doch sie verbindet ein Traum: Sie wollen später kein durchschnittliches, langweiliges Leben führen. Gregor hasst und liebt seinen autoritären Fabrikanten-Vater, der ihn für einen amoralischen Versager hält. Jan opfert sich für seine arbeitslose Mutter auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft sind die Eltern gegen die Freundschaft der Jungen. Aber sie hält und bewährt sich, selbst als sich beide in die Schulsprecherin Elsa verlieben. Gemeinsam protestieren sie gegen den Vietnamkrieg. Doch dann vereinbart Gregor mit seinem Vater, auf ein Schweizer Internat zu gehen. Im Gegenzug erhält Jans Mutter Arbeit in den Luckner-Werken, in denen Glücksspielautomaten hergestellt werden. Und auch Elsa geht in eine andere Stadt und lässt Jan im Stich.
Jahre später sind die drei in Frankfurt wieder zusammen. Jan und Gregor träumen nicht mehr vom Fliegen oder vom kleinen Geld durchs Knacken von Luckner-Automaten. Mit Finanzgeschäften an der Börse wollen sie in Zukunft das große Geld machen. Gregor studiert BWL, Jan macht eine Banklehre. Sie leben zu dritt, bis sich Elsa für Gregor entscheidet. Jan akzeptiert es. Der Weg der Freunde führt konsequent in die Hochburg des Kapitals. Im Flugzeug nach New York lernen sie die quirlige Paula kennen, die unbedingt Modeschöpferin werden will.
München, 11. September 2001: Noch immer gibt es kein Lebenszeichen des vermissten Freundes. Während Elsa nicht daran glaubt, dass Gregor noch am Leben ist, erhält Jan einen Anruf aus New York, der ihm wieder Hoffnung gibt.
Christian Jeltsch (Drehbuch) ist seit 1990 freier Autor für Rundfunk und Fernsehen. Im Jahr 2000 schreibt er das Buch zur BR-Tragikomödie "Einer geht noch" (Regie: Vivian Naefe). Hierfür bekommt er den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis, für "Rote Glut" (ZDF/ARTE; 1999, Regie: Mark Schlichter) den Bayerischen Fernsehpreis und für den BR-Polizeiruf 110 "Gelobtes Land" den Marler Fernsehpreis für Menschenrechte. 2004 erhält Christian Jeltsch den Hessischen Film- und Kinopreis für sein Drehbuch zu "Auf ewig und einen Tag".
Marcus Imboden (Regie) ist seit 1986 freischaffender Filmregisseur und Drehbuchautor. Nach seinem Regiedebüt "Moviestar" (1986) dreht er zahlreiche Fernsehproduktionen, etwa für die Serien "Polizeiruf 110" oder "Bella Block". In Deutschland ist Imboden besonders durch seine Filme "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1998), seine modernisierte "Heidi"-Verfilmung (2001) und den TV-Film "Hunger nach Leben" (2004) über die Schriftstellerin Brigitte Reimann bekannt.
Die Hauptdarsteller:

Heino Ferch (rechts), einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, wird am Salzburger Mozarteum ausgebildet. Er spielt unter anderem in "Das Leben ist eine Baustelle" (1997), "Comedian Harmonists" (1997), "Lola rennt" (1998), "Das Wunder von Lengede" (2003) und "Der Untergang" (2004). Zuletzt war er in dem Zweiteiler "Die Luftbrücke" (2005) zu sehen.
Fritz Karl besucht am Beginn seiner Karriere das Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Seit dem Jahre 2000 konzentriert er sich auf Film- und Fernsehproduktionen. Filme bei denen Fritz Karl mitwirkt sind "Clarissa" (1997), "Der weiße Afrikaner" (2004), "Rosa Roth - Im Namen des Vaters" (2005) und zuletzt "Papa und Mama" (2006)
Claudia Michelsen (links) absolvierte eine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Anfang der 90er Jahre ist sie in "Deutschland Neun Null" (1991) von Jean-Luc Godard zu sehen. Neuere Produktionen mit Claudia Michelsen sind "Der Tunnel" (1999), "Napola - Elite für den Führer" (2004), "Maria an Callas" (2005) und "Die wilden Kerle 3" (2006).
Martina Gedeck ist eine der ausdruckvollsten deutschen Film- und Fernsehdarstellerinnen der Gegenwart. 2002 erhält sie bereits zum zweiten Mal den Deutschen Filmpreis - einmal für darstellerische Leistungen und einmal als beste Hauptdarstellerin. Sie spielt in zahlreichen Filmen wie zum Beispiel "Der bewegte Mann" (1994), "Das Leben ist eine Baustelle" (1996), "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997), "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1998), "Bella Martha" (2001). Zuletzt im Kino zu sehen war sie in "Das Leben der Anderen" (2006) und "Elementarteilchen" (2006).
Auf ewig und einen Tag (Teil 2 um 22.10 Uhr):
München, November 2001. Jan leidet, denn er fühlt sich für den Tod von Gregor verantwortlich. Die Trauer um den Verlust des Freundes schlägt sich auf die Beziehung zu Paula nieder. Um sich Gewissheit über den Verbleib des Freundes zu verschaffen, reist Jan nach dem 11. September nach New York. Der Geschäftspartner, mit dem Gregor verabredet war, ist gefunden worden und liegt im Koma. Weil es keinerlei Lebenszeichen von Gregor gibt, wird er für tot erklärt. Jan wird von seinen Erinnerungen aus der Vergangenheit eingeholt...
In Zeiten der "New Economy", in den 1990er Jahren, verlassen Jan und Gregor Deutschland und gehen nach New York. Dort folgen die große Desillusionierung und ein entbehrungsreiches Leben mit viel Selbstbetrug. Gregor nimmt Kokain. Der Druck, es dem Vater zu zeigen, ist übermächtig. Die Beziehung von Gregor und Elsa, die in Deutschland als Journalistin Karriere macht, geht in die Brüche, als sie ihn in New York besucht. Doch die Freunde sind zäh und einfallsreich. Zu dem lang ersehnten Erfolg tragen Geschäfte amerikanischer Firmen im wiedervereinigten Deutschland bei.
Inmitten von Big Apple trifft sich Jan immer mal wieder mit Paula, deren Traum, eine Modeschöpferin zu werden, sich nicht erfüllen will. Doch dann, nach unzähligen Männergeschichten, findet Paula endlich zu sich und damit zu Jan, der sie schon lange liebt. Aus der Chaotin wird eine ruhige, starke und liebevolle Frau. Gregor aber hat jedes Maß verloren. Es gelingt ihm, mit dubiosen Manipulationen die mittlerweile börsennotierte Firma seines Vaters zu kaufen und den Vater zu entmachten. Die frustrierte Suche nach Anerkennung ist in den Wunsch nach Vergeltung umgeschlagen. Aber Gregor wird offiziell angeklagt und verliert sein gesamtes Vermögen. Jan bewahrt den Freund vor einer Gefängnisstrafe und holt ihn zurück nach Deutschland. Dann gibt Jan dem Freund eine Rehabilitationschance: Gregor soll für Jans Firma einen wichtigen Termin wahrnehmen, am 11. September, in einem oberen Stockwerk des World Trade Centers.
Wiederholung des ersten Teils am 9. September um 16. 25 Uhr und des zweiten Teils am 10. September um 15.50 Uhr.
Auf ewig und einen Tag (Fernsehfilm in zwei Teilen)
Deutschland 2006, Erstausstrahlung, ARTE/ZDF
Regie: Markus Imboden, Drehbuch: Christian Jeltsch, Kamera: Jo Heim, Musik: Annette Focks, Kostueme: Natascha Curtius-Noss, Schnitt: Ueli Christen; Ton: Quirin Böhm, Michael Vetter, Produktion: D.I.E. Film München, Produzent: Dieter Ulrich Aselmann, Robert Marciniak
Mit: Heino Ferch (Jan Ottmann), Fritz Karl (Gregor Luckner), Claudia Michelsen (Elsa Veltlin), Martina Gedeck (Paula Schmitt), Enno Hesse (Jan Ottmann jung), Ludwig Trepte (Gregor Luckner jung), Anja Knauer (Elsa Veltlin jung), Henry Hübchen (Gregors Vater), Juliane Köhler (Gregors Mutter), Anna Schudt (Jans Mutter)







Jan (Heino Ferch, rechts), ein deutscher Investment-Banker, kann nicht glauben, dass sein Geschäftspartner und Freund Gregor (Fritz Karl) tot ist, gestorben beim Attentat auf das World Trade Center. Ausgehend von den Terroranschlägen des 11. September erzählt der zweiteilige Fernsehfilm von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Männer. Der zeitgeschichtliche Hintergrund des Films reicht bis in die 70er Jahre zurück. Er beschreibt die bundesrepublikanische Wirklichkeit in Rückblenden von den Vietnamkriegprotesten bis hin zur Stunde der "New Economy" in den 90er Jahren.
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