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Freitag, 7. März 2008 ab 21.00 Uhr - 06/03/08

Der Teufelsbraten

(1) Ein Arbeiterstädtchen im Ruhrgebiet der 50er Jahre: Die fünfjährige Hildegard ist der "Teufelsbraten" in ihrer Familie, denn ihre Fantasie und Intelligenz ist den einfachen Eltern unheimlich. Sie möchte ausbrechen aus den ärmlichen Verhältnissen und ist doch ein Kind ihrer Zeit.

(2) Hildegard lebt zwischen zwei sozialen Schichten und ist in keiner richtig zu Hause. Den Besuch der höheren Schule verbieten ihr die Eltern. Doch die Arbeit in der Fabrik treibt sie zur Verzweiflung...

Im Gespräch mit...

Ulla Hahn über die Verfilmung ihres Romans "Das verborgene Wort"
Anna Fischer über die Herausforderung an der Rolle der junge Hilla


© WDR/Thomas Kost
(1)
1951, irgendwo zwischen Düsseldorf und Köln: Die kleine Hildegard ist ein Teufelsbraten - zumindest behauptet das ihre Familie, ein ungelernter Fabrikarbeiter als Vater, eine Putzfrau als Mutter und eine streng katholische Großmutter. Nur der liebe, aber kranke Großvater versteht das Mädchen und erkennt ihr Talent. Hildegard ist aufgeweckt und begabt. Die Fünfjährige will unbedingt lesen und schreiben lernen. Aber ihre Fantasie und ihr Wissensdurst sind der armen und ungebildeten Arbeiterfamilie unheimlich. Obwohl ihre Liebe zur Literatur und zur Schönheit der Worte ihren engstirnigen Vater zur Verzweiflung treibt, lässt die Heranwachsende nicht locker...

© WDR/Thomas Kost
(2)
Hildegard ist 16 Jahre alt und besucht die Mittelschule. Von ihrer Freundin Doris lernt sie Umgangsformen und guten Geschmack und lässt sich in bürgerliche Verhältnisse einführen. Doch dass sie nicht dazu gehört, erfährt sie spätestens, als die Mutter ihrer ersten Liebe Sigismund sie vor die Tür setzt. Sie sei für ihren Sohn kein Umgang. Mit der Begründung, dass sie sowieso heiraten werde, verweigern ihr die Eltern den Besuch des Gymnasiums.
Hildegard beginnt als Sekretärin in einer Fabrik, doch sie ist aufsässig und rebelliert gegen ihre Vorgesetzten. Sie greift zur Flasche, um ihren Schmerz und ihre Einsamkeit zu ersticken. Erst die Hilfe aufgeklärter Lehrer lässt Hildegard wieder hoffen...

Zusatzinfo

Produzent Günter Rohrbach erhielt für den Film "Teufelsbraten" 2007 den VFF TV Movie Award des Münchner Filmfests.
Hermine Huntgeburth wurde 1957 in Paderborn geboren. Die Regisseurin und Drehbuchautorin studierte ab 1977 an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie ab 1983 Film in Sydney. Nach einigen Kurzfilmen mit der Josefine Filmproduktion Hamburg gab sie mit "Im Kreis der Liebenden" (1991) ihr Spielfilmdebüt, für das sie beim Deutschen Filmpreis das goldene Filmband als beste Nachwuchsregisseurin bekam. Sie wurde zudem für die Filme "Gefährliche Freundin" (1996) mit Corinna Harfouch, "Das Trio" (1998) mit Götz George, "Romeo" (2001), "Bibi Blocksberg" (2002), "Der Boxer und die Friseuse" (2004) und "Blond: Eva Blond!" (2004) für mehrere Preise nominiert. 2002 erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis für "Romeo" (2001) gemeinsam mit Ruth Toma, Martina Gedeck, Sylvester Groth und Katrin Bühring. Im Jahr 2005 folgte der Deutsche Fernsehpreis für "Der Boxer und die Friseuse" (2004).
© WDR/Thomas Kost
Ulrich Noethen spielt Hildegards verschrobenen Vater. Der 1959 geborene Münchner begann seine Schauspielkarriere am Freiburger Theater, wo er unter anderem mit Frank Castorf, Max Färberböck, Katharina Thalbach und Otto Kukla zusammenarbeitete. Seit er 1994 für den Film entdeckt wurde, hat Ulrich Noethen in vielen hochkarätigen Produktionen mitgewirkt. Für seine Rolle im Fernsehfilm "Der Ausbruch" (1997, Mark Schlichter) wurde Ulrich Noethen 1997 mit dem Bayerischen Fernsehpreis, für seine Rolle in Joseph Vilsmaiers "Comedian Harmonists" 1998 als bester Hauptdarsteller mit dem Bundesfilmpreis und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Den Bayerischen Filmpreis bekam er auch als bester Darsteller für die Rolle des Herrn Taschenbier in "Das Sams" (2001, Ben Verbong). Zuletzt erhielt Noethen den Deutschen Fernsehpreis für "Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei" (2005, Dror Zahavi) und die Goldene Kamera als bester deutscher Schauspieler des Jahres 2006.
Die 1960 geborene Margarita Broich, die Hildegards Mutter spielt, war zwei Jahre lang Theaterfotografin bei Claus Peymann in Bochum, bevor sie nach Schauspielstudien in Berlin unter anderem mit Einar Schleef, Heiner Müller, George Tabori, Robert Wilson und Christoph Schlingensief am Theater zusammenarbeitete. Zwischen 1991 und 2002 war sie ständiges Mitglied des Berliner Ensembles. Seit rund zehn Jahren ist sie regelmäßig vor der Kamera zu sehen. Sie spielte Titelrollen in "Mein Kind muss leben" (1998, Diethard Klante) und "Vier Fenster" (2006, Christian Moris Müller). Demnächst ist sie in Brigitte Berteles Debüt "Nacht vor Augen" zu sehen.


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Der Teufelsbraten (1,2)
Fernsehfilm, Deutschland 2007, WDR, Erstausstrahlung
Regie: Hermine Huntgeburth; Buch: Volker Einrauch; Kostüme: Lucia Faust; Kamera: Sebastian Edschmid; Schnitt: Eva Schnare; Ausstattung: Bettina Schmidt; Maske: Susanne Jiritano; Ton: Csaba Kulcsar; Musik: Biber Gullatz, Andreas Schäfer; Produzent: Dr. Günter Rohrbach; Produktion: Colonia Media, NDR, WDR, ARTE; Redaktion: Wolf-Dietrich Brücker, Andreas Schreitmüller, Doris J. Heinze
Mit: Ulrich Noethen - (Vater), Margarita Broich - (Mutter), Peter Franke - (Großvater), Barbara Nüsse - (Großmutter), Anna Fischer - (Hildegard), Alice Dwyer - (Doris), Sebastian Urzendowsky - (Sigismund), Petra Welteroth - (Tante Berta), Lucas Gregorowicz - (Geffken), Felix Bröckling - (Bertram)
21.00 Uhr, Der Teufelsbraten (1/2), Stereo 16:9, 89 Min. Wdh. am 22. März um 15.30 Uhr
22.25 Uhr, Der Teufelsbraten (2/2), Stereo 16:9, 89 Min. Wdh. am 23. März um 15.45 Uhr

Erstellt: 03-03-08
Letzte Änderung: 06-03-08