20:40 ChinatownWiederholung 10.12 um 00.20

Zyklus Polanski125 Min.
(Chinatown)
Spielfilm, USA 1974, Synchronfassung
Regie: Roman Polanski; Buch: Robert Towne; Kamera: John A. Alonzo; Schnitt: Sam O'Steen; Musik: Jerry Goldsmith; Produzent: Robert Evans; Produktion: Long Road, Kirch Media
Mit: Jack Nicholson - (J. J. Gittes), Faye Dunaway - (Evelyn Mulwray), John Huston - (Noah Cross), Perry Lopez - (Escobar), John Hillerman - (Yelburton), Darrell Zwerling - (Hollis Mulwray), Diane Ladd - (Ida Sessions), Roy Jenson - (Claude Mulvihill), Dick Bakalyan - (Loach), Joe Mantell - (Walsh), Bruce Glover - (Duffy), Burt Young - (Curly)
Im Los Angeles der 30er Jahre kommt Privatdetektiv Gittes durch einen Auftrag skandalösen Machenschaften auf die Spur und gerät in einen Sumpf von Korruption und Gewalt. Der Thriller von Roman Polanski erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem vier Golden Globes und einen Oscar für das Drehbuch.
Zusatzinfo
Chinatown - das ist ein Ort, an dem die bürgerlichen Gesetze außer Kraft gesetzt werden, ein Ort, an dem alles möglich scheint. Die Geschichte des Thrillers beruht auf einem authentischen Fall von Bodenspekulation im Los Angeles der 1930er Jahre - einer Zeit, in der Autoren wie Raymond Chandler und Dashiell Hammett die Gattung des "hard boiled"-Detektivromans zur Blüte brachten.
Jack Nicholsons Darstellung des J. J. Gittes ist eindeutig an Humphrey Bogarts Verkörperung von Detektiven wie Sam Spade und Philip Marlowe orientiert, ohne diese allerdings zu kopieren. Vielmehr bereicherte er die Figur um eine zeitgenössische Dimension.
So wie "Chinatown" auf die damalige Watergate-Affäre anspielt, ist J. J. Gittes ein moderner Don Quichotte, der ohne Chance gegen ein undurchdringliches Geflecht von Korruption und Schuld angeht und am Ende scheitert. In seinem Scheitern besitzt er dabei nicht einmal mehr die Genugtuung einer Bestrafung des Schuldigen. Von Anfang an ist klar, dass Gittes nur eine Figur in einem Spiel ist, dessen Regeln er nicht kennt und dessen Ausgang feststand.
Für das Drehbuch mit seinem verwinkelten Plot wurde Autor Robert Towne mit einem Oscar ausgezeichnet. "Chinatown" erhielt in zehn weiteren Kategorien Oscar-Nominierungen und wurde mit vier Golden Globes sowie zahlreichen weiteren Auszeichnungen bedacht.
Zyklus Polanski
22:50 Gala der Kinoträume90 Min.
Europäischer Filmpreis 2006
Dokumentarfilm, Polen 2006, Erstausstrahlung
Regie: Volker Weicker
Erstmals wird der Europäische Filmpreis in einem osteuropäischen Land verliehen. Veranstalter und Träger des Europäischen Filmpreises ist die Europäische Filmakademie, deren 1.700 Mitglieder - Filmschaffende aus allen europäischen Ländern - in jedem Jahr über die Nominierten und Preisträger entscheiden. Die Liste der bisherigen Preisträger liest sich wie ein Who is Who des europäischen Kinos: Pedro Almodóvar, Lars von Trier, Nikita Michalkow, Andrzej Wajda, Claude Chabrol, Nanni Moretti, István Szabó und Wim Wenders, der aktuelle Präsident der Academy, stehen für die europäische Regieelite, die sich zu diesem Ereignis alljährlich versammelt. Isabelle Huppert, Jeanne Moreau, Penélope Cruz, Jean Reno, Ralph Fiennes, Jeremy Irons und Sir Sean Connery führen die europäische Schauspielerriege an.
Mit Roman Polanski wird die Europäische Filmakademie in diesem Jahr einen der größten Protagonisten des europäischen Kinos mit dem Preis für das Lebenswerk auszeichnen. Als Schauspieler, Autor, Regisseur und Produzent hat Roman Polanski unvergessliche Kinoerlebnisse geschaffen. Er verkörperte den tollpatschigen Assistenten in "Tanz der Vampire" (1967) und den ruhigen Trelkovsky in "Der Mieter" (1976). Bei beiden Filmen führte er auch Regie. Und wer könnte den kriechenden Schrecken aus "Rosemaries Baby" (1968) vergessen, die Verzweiflung von Harrison Ford als Dr. Richard Walker in "Frantic" (1988) oder Polanskis blutige Adaption von Shakespeares "Macbeth" (1971)?
Im Laufe seiner Karriere hat Roman Polanski mit einer Reihe von großen Schauspielern zusammen gearbeitet, so 1974 mit Jack Nicholson in "Chinatown", 1979 mit Nastassja Kinski in "Tess", seiner Adaptation des Klassikers von Thomas Hardy, 1994 mit Ben Kingsley in "Der Tod und das Mädchen" und 1999 mit Johnny Depp im Mysterythriller "Die neun Pforten". Zu seinen Erfolgen der letzten Jahre zählen "Der Pianist" nach dem Buch von Wladyslaw Szpilman (2002) und eine Adaptation des Klassikers "Oliver Twist" von Charles Dickens (2005).
Zyklus PolanskiInsgesamt werden am 2. Dezember 15 Preise vergeben. ARTE zeigt exklusiv die Höhepunkte dieser Gala der Kinoträume.

00:20 Gespräch mit Roman Polanski30 Min.
Diskussion, Deutschland / Frankreich 2006, Erstausstrahlung
Regie: Pierre-André Boutang
Roman Polanski hat seit vielen Jahren kein Interview mehr gegeben. In dem mit zahlreichen Filmausschnitten und Archiven bebilderten Gespräch mit dem französischen Regisseur, Autor und Produzenten Pierre-André Boutang gewährt er Einblicke in sein Leben und Werk.
Roman Polanski wird als Kind polnisch-jüdischer Eltern 1933 in Paris geboren. 1937 kehrt die Familie nach Polen zurück, um dem Antisemitismus in Frankreich zu entgehen. Polanskis Mutter kommt im deutschen Vernichtungslager Auschwitz ums Leben, Polanski selbst flieht aus dem Krakauer Getto und überlebt. Bereits als Jugendlicher entwickelt er eine Leidenschaft für das Kino. In den 50er Jahren macht er an der Staatlichen Filmhochschule in Lodz eine Ausbildung zum Regisseur. Mit Kurzfilmen und seinem ersten großen Erfolg "Das Messer im Wasser" (1962) macht er in der europäischen Filmwelt auf sich aufmerksam. 1963 verlässt er Polen. Es folgen die ebenfalls erfolgreichen Filme "Ekel" (1965) und "Tanz der Vampire" (1967). Ab Mitte der 60er Jahre arbeitet Roman Polanski hauptsächlich in Europa, später auch in Hollywood, wo er mit "Rosemaries Baby" und "Chinatown" Maßstäbe setzt. Das Jahr 1969 bedeutet eine große Zäsur in seinem Leben: Seine im achten Monat schwangere Frau Sharon Tate wird in Los Angeles von Anhängern einer Sekte ermordet. Seit 1978 lebt Roman Polanski in Frankreich. Es entstehen "Der Mieter" (1976), "Tess" (1979), "Piraten" (1986), "Frantic" (1988), "Bitter Moon" (1992), "Der Tod und das Mädchen" (1994), "Die neun Pforten" (1999). Für "Der Pianist" erhält er 2003 den Oskar für die beste Regie, 2005 kommt sein bisher letzter Film, "Oliver Twist", in die Kinos.
Der Themenabend ist Auftakt zu einem Programmschwerpunkt, den ARTE dem Regisseur Roman Polanski widmet. Die einzelnen Sendungen im Überblick:
(1): "Europas Sterne leuchten - Ein Abend mit Roman Polanski", Themenabend mit dem Spielfilm "Chinatown", am Sonntag, den 3. Dezember ab 20.40 Uhr
(2): "Macbeth", Spielfilm, am Montag, den 4. Dezember um 20.40 Uhr
(3): "Tanz der Vampire", Spielfilm, am Donnerstag, den 7. Dezember um 20.40 Uhr
Zyklus Polanski






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