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27/08/04

Blow up

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Synopsis
 
Der Fotograf Thomas hat nichts gesehen. Und doch hat er alles gesehen: Heimlich hat er ein Liebespaar im Park fotografiert – erst auf den Vergrößerungen der Fotos entdeckt er Indizien dafür, dass vor seinen Augen ein Mord geschah. Oder doch nicht?
 
Der Kommentar zum Film
 
"Blow Up“, Michelangelo Antonionis erstes in englischer Sprache und mit amerikanischem Geld gedrehtes Meisterwerk, war 1966 ein Skandal – nie vorher sah man im angloamerikanischen Kino Schamhaare und Partygäste Haschisch rauchen. Doch die Geschichte um den rastlos ausgebrannten Macho-Mode-Fotografen, der eines Tages heimlich ein Liebespaar im Park fotografiert – eine Tat, die seinem Leben einen neuen Impus gibt - , war alles andere als eine Hymne auf ‚Swinging London’. Antonioni, von Partys und freier Liebe angezogen und abgestoßen zugleich, gelang eine formal wie erzählerisch bis heute unerreichte philosophische Reflexion über Sicht- und Unsichtbares, und die Rolle des Betrachters bei der Dechiffrierung der Wirklichkeit, die zugleich in vielen Einstellungen auch seine Auffassung von seiner Aufgabe als Filmemacher offenbarte.
 
Der amerikanisches Filmkritiker und Uni-Dozent Peter Brunette, Autor eines Buchs über Antonionis Filme, kommentiert dezent-intelligent seine Sicht des bis heute kryptischen Klassikers. Wofür stehen die ‚merrymakers’, die mit dem Jeep anarchisch durchs swingende London brausen, wofür ihr pantomimische Tennisspiel am Schluss? Unzählige Filmkritiker und –historiker haben sich darüber bereits die Köpfe zerbrochen, doch Brunette stellt „Blow Up“ in den Kontext zu seinen früheren italienischen Filmen und stellt damit eine neue Lesart zur Disposition - gänzlich unaufdringlich und bescheiden. Zu Kino-Trailer und Teaser bietet die DVD eine Tonspur nur mit der von Herbie Hancock komponierten Filmmusik und einem Live von den Yardbirds eingespielten Rocksong, in dessen Verlauf der Yardbirds-Leadgitarrist sein Instrument zerstrümmert, dessen Hals David Hemmings der kreischenden Menge entreißt, um ihn gleich darauf auf der Straße wegzuwerfen –dort nämlich hat der Fetisch, seines Kontexts beraubt, seine Bedeutung verloren.
 
Martin Rosefeldt
 
Regie/Drehbuch: Michelangelo Antonioni
Nach einer Kurzgeschichte von Julio Cortazar
Darsteller: David Hemmings, Vanessa Redgrave u.a.
GB, 1966, 106’
Warner Brothers Entertainment
Sprachen: Deutsch/Englisch/Spanisch (Mono)
Untertitel:Deutsch/Englisch/Spanisch/Französisch/Italienisch/Portugiesisch/Finnisch/Hebräisch/
Schwedisch/Kroatisch/Slowenisch/Tschechisch/Griechisch/Ungarisch/Polnisch/Türkisch

Erstellt: 26-08-04
Letzte Änderung: 27-08-04