Ekel erregende Hühnerfarmen, an Knebelverträge gekoppeltes Gen-Saatgut, Rinder-Massenzucht mit tödlichen Folgen für den Verbraucher, Supermarkt-Monotonie – das sind nur einige der erschreckenden Phänomene in Amerikas Lebensmittelindustrie, wenn man es darauf anlegt, einen Blick hinter die Hochglanzkulissen zu werfen.
Mit eindrücklichen, hyperstilisierten Bildern deckt Robert Kenner Schritt für Schritt die gravierenden Missstände im US-Ernäherungswesen auf, die durch das Fehlen bzw. das Unterwandern der Kontrollmechanismen durch die Agrar- und Fleischlobby und deren Anwälte begünstigt wird.
Alles begann mit den Brüdern McDonalds, die aus Kostengründen das Fließband-Prinzip erstmals ins Restaurantwesen übertrugen – mit durchschlagendem Erfolg: gerade erst gab die Konzernleitung fantastische Wachstumszahlen für das letzte Geschäftsjahr bekannt, weil die Wirtschaftskrise immer mehr Konsumenten zum Billigmahl anregt.

Food, Inc.
Ein Film von Robert Kenner (USA, 2008, 98’)
Dokumentarfilm
Kulinarisches Kino

Robert Kenner aber belegt, unterstützt von dem vor der Kamera Rede und Antwort stehenden Journalisten Eric Schlosser („Fast Food Nation“), dass die gesundheitlichen und ökologischen Folgen von Fehlernäherung, Massenzucht und Gen-Manipulation für ganz Amerika unabsehbar sind und die damit verbundenen Kosten weit größer als der Profit für die allmächtigen Player der Lebensmittelindustrie. Wer aber einmal begriffen hat, dass sich in einem einzigen Hamburger das Fleisch von bis zu 1000 Rindern befinden kann, weil die Tiere in inzwischen nur noch 13 Schlachtfabriken in ganz Amerika geschlachtet werden und somit auch die Übertragung von lebensgefährlichen Krankheitserregern beschleunigt wird, dass die endlose Produktpalette in den gigantischen Supermärkten von ganzen vier Konzernen gestellt wird, der ist auch zum Umdenken bereit. Und so zeigt Kenner auch, wie auch die Multis inzwischen auf die wachsende Zahl der Unzufriedenen, die auf ökologische Lebensmittel wert legen, zugehen und die Produkte der Ökospinner ganz allmählich in ihre Regale integrieren – ganz nach dem Motto: „If you buy it, we deliver“.
Martin Rosefeldt
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