Auf einer zweiten Handlungsebene denkt die Marta-Darstellerin Krystyna Janda in einem leeren Hotelzimmer in langen inneren Monologen über ihren verstorbenen Mann nach, den bedeutenden polnischen Kameramann Edward Klosinski, der an dem Film nicht mehr mitarbeiten konnte. Klosinski hat mit Wajda zusammen viele Filme gedreht, beide waren eng befreundet, und als er starb, entschlossen sich Wajda und Klosinskis Witwe Krystyna, ihm den Film zu widmen und diesen realen Verlust in Martas fiktive Filmgeschichte mit einzubinden.

Ein Film von Andrzej Wajda (Polen 2009, 85 Min.)
Mit: Krystyna Janda (Marta / Schauspielerin), Pawel Szajda (Bogus), Jan Englert (Martas Mann)

Zunächst einmal ist es gut und wichtig, dass es diese vom Verschwinden bedrohte Filmsprache der alten Schule noch gibt, und dass sie auf einem Festival präsentiert wird. Man kann aber sicher darüber diskutieren, ob der große Wettbewerb dafür der richtige Platz ist – ähnlich wie auf der anderen Seite des Spektrums, bei Sally Potters radikal-experimentellem „Rage“.
Aber Wajdas Film mutet eben nicht nur altmeisterlich, sondern trotz oder gerade wegen seiner konnotativen, betont wirkungsmächtigen Bilder auch etwas altmodisch an. Wie einem bedeutenden Gemälde in einem Museum, begegnet man dem Film mit großem Respekt, aber so, als sei er schon jetzt ein Stück Filmgeschichte. Natürlich kann man auch heute noch einen Film mit diesen, zum Teil von Wajda selbst erarbeiteten Mitteln erzählen, man muss aber damit rechnen, dass er sein Publikum nicht mehr erreicht.
Thomas Neuhauser







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