Synopsis: Literaturprofessor Kepesh (Ben Kingsley) beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit seiner Studentin Consuela (Penélope Cruz). Dies bringt seinen gut eingespielten Alltag und seine zynischen Betrachtungen durcheinander, denn er verliebt sich in sie.
Der Trailer zum FilmKritik: Die Regie dieses Macho-Bestsellers von Philipp Roth ausgerechnet einer Frau in die Hände zu legen, wirkt auf den ersten Blick entweder wie ein geschickter Schachzug oder ein Selbstmordkommando. Könnte man meinen. Die spanische Regisseurin Isabel Coixet hat das schwierige Werk zwar nicht komplett gegen die Wand gefahren, aber zu einem filmischen Erlebnis reicht es auch nicht. Dazu drängen sich dem Zuschauer zu viele Klischees auf, die er erwartet, wenn es um eine leidenschaftliche Affäre zwischen einem über 60-jährigen Literaturprofessor und einer 24-jährigen Studentin geht. Diese Altherrenfantasien hätten noch viel unangenehmer ausfallen können, hätte sie ein ebenfalls 60-jähriger, männlicher Regisseur verfilmt, Beispiele gibt es da viele.
Immerhin gelingt es Penélope Cruz unter der Regie ihrer Landsfrau Isabel Coixet ihre Hüllen so fallen zu lassen, dass es nicht obszön, sondern geradezu lässig wirkt. Das ist viel wert, denn die Hüllen fallen oft. Leider aber wird die Nacktheit der beiden Hauptdarsteller stets durch süßlich-klebrige Musikstücke untermalt, die den Szenen ihre Natürlichkeit rauben. Auch die Dialoge triefen bisweilen vor Kitsch, etwa wenn Kepesh seine Geliebte schmachtend betrachtet und sagt: "Ich habe noch nie eine Frau mit so schönen Brüsten gesehen. Du hast die schönsten Brüste der Welt." Consuela wartet kurz, fragt dann leise: "Magst du sie?". Er erwidert: "Ich bete sie an." Später werden diese noch eine tragende Rolle spielen.Was den Film gerade noch so rettet, sind die überzeugenden, gut ausgearbeiteten Nebenfiguren, ohne die ELEGY sterben würde. Und das, obwohl die amerikanischen Produzenten ganz bewusst den Originaltitel "Das sterbende Tier" - einen sehr passenden und gelungenen Titel - nicht verwenden wollten, aus Angst vor dem Wörtchen "sterbend". Dennis Hopper gibt den besten Freund von Kepesh, den Dichter George O'Hearn. Mit ihm redet Kepesh ganz offen über seine körperlichen Bedürfnisse, spricht aus, was er begehrt, an Consuela, an anderen Frauen. Die Ehe ist für Kepesh gleich bedeutend mit einem Hochsicherheitstrakt. Mit George hat er einen guten Zuhörer für seine zynischen verbalen Exkurse gefunden, und einen Squashpartner außerdem. Patricia Clarkson überzeugt als resolute Langzeitaffäre. Sie spielt die selbstbewusste Businessfrau, die seit über zwei Jahrzehnten mit Kepesh ab und an das Bett teilt. Peter Sarsgaard schließlich verkörpert Kepeshs Sohn. Dieser hat es dem Vater nie verziehen, dass der einst Frau und Kind verließ, um sich ganz seiner Freiheit zu widmen. Nun ist er in der gleichen Situation wie einst der Vater: Er hat bereits eine kleine Familie gegründet und sich nun in eine andere Frau - mit drei Kindern - verliebt. Diese drei Figuren, die alle hervorragend besetzt sind, halten Kepesh den Spiegel vor, der sich hinter seiner Fassade des reifen, allwissenden Literaturkritikers gerne wie ein unreifer Junge verhält. Woody Allen hat Isabel Coixet davon abgeraten, mit ihrem Film am Wettbewerb teilzunehmen. Sie wollte es nicht anders.
Nana A.T. Rebhan







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Zwiespältige Verfilmung des Roth-Bestsellers "Das sterbende Tier"
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