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Filmfestival

Vom 7. bis 17. Februar findet die diesjährige Berlinale statt, Stars und Sternchen aus dem Filmgeschäft geben sich die Ehre am Potsdamer Platz.

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Filmfestival

Vom 7. bis 17. Februar findet die diesjährige Berlinale statt, Stars und Sternchen aus dem Filmgeschäft geben sich die Ehre am Potsdamer Platz.

Filmfestival

Internationale Filmfestspiele Berlin 2008 - Wettbewerb - 01/09/08

Caos calmo

Ein Film von Antonello Grimaldi


Nanni Moretti nicht nur als Witwer

Synopsis: Pietro (Nanni Moretti) und sein Bruder Carlo (Alessandro Gassman) verbringen einen Nachmittag am Strand, als sie die verzweifelten Rufe zweier Schwimmerinnen hören und ihnen umgehend zu Hilfe eilen. Nach diesem mehrdeutig endenden Zwischenfall fällt es Pietro schwer, das Gesicht jener Frau zu vergessen, der er das Leben gerettet hat. Als er nach Hause kommt, steht ein Rettungswagen im Hof: Pietros Frau ist plötzlich gestorben. Seine Tochter Claudia fragt ihn unter Tränen, wo er gewesen sei. Ab diesem Moment ändert sich sein Leben. Er geht nicht mehr zur Arbeit und kümmert sich nur noch um Claudia, die er nun jeden Morgen zur Schule fährt. Anschließend setzt er sich auf eine Bank im kleinen Park, der gegenüber von Claudias Schule liegt. Während sich ihm nach und nach das Umfeld erschließt, kommen seine Freunde zu ihm, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen.

Kritik: Bekanntermaßen hat Nanni Moretti vor einigen Jahren den Film „Das Zimmer meines Sohnes“ gedreht und in dieser Erzählung über den Tod auch selbst die Hauptrolle gespielt. Angesichts des Bekanntheitsgrades dieses Films und Morettis sonst so wählerischen Art bei Angeboten darf man sich wundern, dass der bärtige Star eine augenscheinlich so ähnliche Rolle vom Regisseur Antonello Grimaldi angenommen hat. Das älter gewordene Publikum von Autorenfilmen kommt der Thematik, in deren Mittelpunkt der Tod steht, durchaus zugute. Nanni ist als einflussreicher Angehöriger eines TV- und Produktionskonsortiums zu sehen, der mit seinem Dasein als Witwer kämpft. Während er Claudia knuddelt, bleibt auch sie stoisch – vielleicht weil sie auf die erklärenden Tränen ihres Vaters wartet.

Antonello Grimaldi, der zunächst beim Fernsehen Regie geführt hat, wo keine besondere visuelle Dynamik vonnöten ist, war sich der Erwartungen an ihn und ein solches Thema bewusst und scheute keine Mühen, um die Geschichte ganz ins Zeichen des Überraschenden und der Reflexion zu stellen. Wie auch der Schriftsteller Sandro Veronesi selbst verstört, verführt, amüsiert, unterhält, bewegt und reizt Grimaldi wie im Hin und Her eines Walzerrhythmus‘. Sprunghaft und vielseitig, unterhaltsam und doch bemüht, das Bedrückende in der Erfolgsliteratur herauszuarbeiten, hatte der Autor seinen Roman verfasst, um die Plötzlichkeit des Todes und die daraus entstehenden Fragen des sonst so gefestigten Pietro besser beschreiben zu können. Veronesis „Caos calmo“ wurde ein internationaler Bestseller, heute liefert das Kino im Gegenzug eine Adaptation, in der sich nicht nur Tiefgehendes mit populärem Ansatz vermischt, sondern auch ein Kommen und Gehen von Schauspielern wie Charles Berling, Hyppolite Girardot und Denis Podalydès in urwüchsigen Nebenrollen zu bieten hat, das an das goldene Zeitalter der französisch-italienischen Koproduktionen mit ihrem warmherzigen bunten Durcheinander erinnert. Nanni Moretti spielt diesmal eine etwas weniger sarkastisch und allwissend angelegte Figur als sonst und erinnert bei Bedarf durch Pietros diverse manisch-depressiven Ticks daran, wen er darstellt. Pietro entwickelt sich im Park, der zu seiner Zufluchtsstätte geworden ist, zu einem alten Weisen, den seine Freunde um Rat fragen bei ihren eigenen quälenden Fragen des Lebens. Des an die Mittdreißiger angepassten Soundtracks (mit den Klagen von Radiohead oder Rufus Wainwright) hätte es gar nicht mehr bedurft, doch die Koketterie gehört zur mehrschichtigen Form dieser abenteuerlichen Erzählung, die im Großen und Ganzen recht nett daherkommt.

Julien Welter
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Caos calmo
Quiet Chaos
Italien, 2008, 105 Min.
Regie: Antonello Grimaldi
Darsteller: Nanni Moretti, Isabella Ferrari, Valeria Golino, Alessandro Gassman, Blu Yoshimi

Erstellt: 08-02-08
Letzte Änderung: 01-09-08