An einem grauen Wintermorgen steht die junge Irin Molly verloren an einem polnischen Bahnhof. Sie hat die weite Reise von Irland nach Polen gemacht, um Marcin zu finden - den Mann, mit dem sie in Irland eine unvergessliche Nacht verbracht hat und von dem sie doch nichts weiß, außer seinem Vornamen, dass er in dieser Stadt lebt und im Kohlegeschäft arbeitet. Sie ist sich sicher, dass sie ihn finden wird - ihre positive Lebenskraft und das Kind in ihrem Bauch treiben sie voran. Als die Suche länger dauert als erwartet, bittet Molly die strenge Chefin der Pension, in der sie wohnt, um einen Job als Putzfrau. Sie arbeitet morgens und sucht nachmittags die Kohlebergwerke der Stadt nach Marcin ab. In der Pension wird sie sowohl als Arbeitskraft als auch als Mensch bald unverzichtbar - vor allen Dingen für die drei Prostituierten, die dort für ein sicheres Einkommen sorgen. Molly durchlebt eine Suche voller schöner und schmerzhafter Erlebnisse, bei der sie die Hoffnung mutig aufrechterhält, sie zwischenzeitlich verliert und schließlich wieder findet - wenn auch auf andere Weise, als sie erwartet hat.
Emily Atef war Schauspielerin in London, bevor sie 2001 ihr Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin begann. Sie hat bereits zahlreiche Filme realisiert, darunter "Djibril und Zoran" (2004), "I Love You I Kill You" (2004), "Sundays" (2003) und "XX to XY Fighting to Be Jake" (2003). Für "Molly's Way" bekamen Emily Atef und Esther Bernstorff den Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Drehbuch.
Beim Festival Cinéma Tout Ecran 2005 in Genf erhielt Mairead McKinley für ihre Interpretation der Molly den Preis als beste Darstellerin (Prix Tudor d' Interprétation Féminine), ebenso wurde sie als beste Schauspielerin beim 10. Ourense International Independent Film Festival 2005 in Spanien ausgezeichnet.
Emily Atef sagt über ihren Film :
"Ich bin halb französisch und halb persisch, in Berlin geboren. Mit sieben Jahren nach Los Angeles gezogen und mit 13 in die Berge im Osten Frankreichs. Abitur habe ich in Paris gemacht. Dann lebte ich vier Jahre in London, bevor ich nach Berlin zurückgekehrt bin. Die ständige Adaption von verschiedenen Traditionen, Sprachen und Lebensarten haben mich selbst und auch meine Geschichten geprägt. So auch meinen Film 'Molly' s Way'. Molly lässt ihr kleines, ruhiges Leben in Irland zurück. Sie steigt in den Zug und begibt sich auf eine Reise. Sie sucht nach einem Polen, dem sie in Irland begegnet ist. Vielleicht aber sucht sie auch nach etwas anderem... In Polen erwartet sie mehr als nur ein Rückschlag. Doch Molly blickt nie zurück. Ich liebe Mollys Mut, ihre Kraft und Offenheit. Durch sie lerne ich dieses wunderbare Polen kennen und seine Einwohner lieben. Mit diesem Film habe ich für mich eine neue Sprache gefunden: Europäisch. Die Produktion ist deutsch, die Hauptdarstellerin Irin, die Kamerafrau ist polnisch, die Musiker sind französisch. Die Sprachen im Film sind Englisch, Polnisch und Deutsch. So wünsche ich mir, auch in Zukunft Filme zu machen. Ein neues, europäisches Kino: das Kino, in dem wir uns gegenseitig inspirieren. Alle zusammen, alle anders."
Molly's Way
Fernsehfilm, Deutschland 2005, ARTE/ZDF, Original mit deutschen Untertiteln, Stereo, Erstausstrahlung,
16:9 / 80 Min.
Regie: Emily Atef, Drehbuch: Emily Atef, Esther Bernstorff, Kamera: Patricia Lewandowska, Musik: Buncello, Kostueme: Monika Biardzka, Redaktion: Annedore von Donop, Doris Hepp, Schnitt: Beatrice Babin; Ausstattung: Krystyna Lukomska; Maske: Magda Danilewicz; Ton: Darek Tretowicz, Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)
Mit: Mairead McKinley (Molly), Ute Gerlach (Britta), Geno Lechner (Sophia), Miroslaw Baka (Taxifahrer), Robert Gonera (Polizist), Beata Lehmann (Lilly), Jan Wieczorkowski (Marcin), Anna Ilczuk (Violetta), Adrianna Biedrzynska (Isabella), Maciej Robakiewicz (Szymon)





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