12/11/10
Zu Tisch in Apulien
Im Norden Apuliens liegt die weiteste Ebene Italiens – das Tavoliere - seit Jahrhunderten die Kornkammer des Landes. Zwischen dem Gargano und dem adriatischen Meer werden jährlich etwa 300.000 ha mit Hartweizen bepflanzt. Wogende Weizenfelder bis zum Horizont. Hartweizen - Grano Duro - ist die Grundlage für die typische italienische Pasta. Die apulische Pasta und ihre Qualität erkennt man auch daran, dass sie beim Kochen nicht so leicht bricht.
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„Zu Tisch in Apulien“ erzählt die Geschichte vom Weizen in Apulien und die Geschichte von zwei Brüdern. Mosé Schiavone baut das Getreide an, sein Bruder Paolo handelt damit.
Zwei Brüder - zwei Welten. Mosé, der apulische erdverbundene Weizenbauer. Ein Mann der Tradition und eng verbunden mit der Natur. Paolo, der wirtschaftlich denkende Geschäftsmann. Ein Mann, der sich in der Welt des Handels zu Hause fühlt. Michaela Schiavone, die Mutter der Brüder, ist die Herrin des Hauses und sorgt täglich für eine Portion selbst gemachte Pasta.
Die Schiavones leben in Bovino, einem der weißen Dörfer Apuliens, die sich wie Vogelnester an die Berghänge schmiegen. Das ganze Dorf lebt vom Weizen. Die meisten der 3800 Bewohner sind hier tätig, als Landwirte oder als Händler.
Es ist Mitte Juni und in Apulien ist schon Hochsommer. Der Bauer Mosé Schiavone zeigt seinem kleinen Sohn Gaetano wie man erkennt, ob das Korn reif ist. Er will seinen Sohn so früh wie möglich für die Landwirtschaft begeistern. Er nimmt ihn oft mit auf das Feld, denn „er soll die Erde lieben lernen“, sagt Mosé. Paolo Schiavone, Händler im bäuerlichen Betrieb, ist für die Finanzen zuständig, wodurch er sich einen kühlen Blick auf den goldgelben Schatz Apuliens bewahrt hat. Jeden Mittwoch fährt er zur Weizenbörse nach Foggia, um dort Geschäftspartner zu treffen und den aktuellen Weizenpreis zu erfahren. Wenn Paolo von der Weizenbörse zurückkommt, herrscht oft angespannte Stimmung in der Familie. Die Brüder sind selten einer Meinung, was den Zeitpunkt des Weizenverkaufs angeht. Verkaufen oder Abwarten – da werden die unterschiedlichen Charaktere der Brüder besonders deutlich. Doch beim Sonntagsessen wird nicht mehr über Geschäfte gesprochen. Dann sitzen die Brüder und ihre Familien am großen Tisch der Hausherrin und wie jeden Sonntag kocht Michaela Schiavone ein apulisches Festessen. Sie liebt es, wenn alle zu ihr kommen: Die Söhne, die Tochter, die Schwiegerkinder und die Enkel.
Zu Tisch in ...
Montag 24. Januar 2011 um 16.15 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2009, 26mn)
ZDF
Erstellt: 05-11-10
Letzte Änderung: 12-11-10