Die ruhige Ausdrucksweise lindert die Tiefe seiner Rede; die Fragestellung beinhaltet schon den Keim einer Antwort, das Schweigen schließt nicht aus, sondern bezieht ein. Zeitlos, glasklar, allgemeingültig – so zeigt sich seine Freude an der intellektuellen Durchdringung und der spirituellen Erfahrung, und zwischendurch ertönt sein helles Lachen, das die Spannung abbaut.
In lebendiger Erinnerung habe ich auch seine Freude am sorgfältig gewählten Wort, am gut gebauten Satz, seine kreative Begriffsbildung, die Einfachheit seiner Ideen, die immer aus eigener Erfahrung hervorgehen, sich aber bis zum Mysterium, bis jenseits des sprachlich Fassbaren erheben. Eine plötzliche Unruhe im Blick, und schon setzt er seine Rede fort. Was er sagt, eignet er sich an. Seit unserer Begegnung bemühe ich mich, nur meine eigenen Gedanken auszusprechen, nicht das von anderen Geborgte zu übernehmen und immer die Ehrlichkeit zu suchen.
Uns gemein sind die Verletzbarkeit und ein gewisses Unbehagen, aber nichts kann ihn zur Erschöpfung bringen, und wir folgen ihm, so gut wir können.
Alexandre fordert viel Freundschaft, die er überaus großzügig schenkt.
Alexandre, der mein Sohn sein könnte, hat mir die Klarheit meiner Kindheit zurückgegeben, hat mir die Komik des menschlichen Daseins und den Ernst der menschlichen Beziehungen wieder bewusst gemacht. Er ist ein Zauberkünstler: er ist kometenhaft entschwunden, aber sein Geist waltet noch im Haus.
Hin und wieder erinnere ich mich an ein Wort von ihm, an ein Wort aus der von ihm durchmessenen Welt, und lächelnd schwinge ich mich wieder in den Sattel.
Philippe Pozzo di Borgo





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