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Philosophie

03/03/14

Egoist - Elise Marrou ist zu Gast bei Raphaël Enthoven in "Philosophie"

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Der Egoist.


"Ein Egoist ist ein Mensch, der nicht an mich denkt." Mit diesem wunderbaren Aphorismus fasste einst der französische Dramatiker Eugène Labiche die Widersprüche rund um Egoismus wunderbar zusammen. Doch was ist genau ein Egoist? Einerseits scheint klar: Der Egoist denkt nicht an den Anderen, schließt ihn aus seiner Welt aus und isoliert sich, indem er sein Ich über alle Anderen stellt. Aber welcher Mensch ist dann kein Egoist? Und sind wir von Natur aus Egoisten?
Ist der totale Egoist ein Unmensch? Und was wäre dann der totale Altruist?

Egoismus hat die Menschheit seit jeher beschäftigt und geleitet. Schon die Memoiren von Ludwig XIV. zeigen, wie sehr der Monarch einerseits darauf bedacht war, die Mechanismen des Egoismus um ihn herum und somit eigennützige Schmeichler zu entlarven und sich andererseits dabei gleichzeitig als Zentrum des Universums - als Sonnenkönig - zu positionieren.

Egoismus und Egoisten erscheinen uns in vielfältigen Formen. So kann der auf de Sade zurückzuführende Sadismus durchaus als radikale Umkehrung des Altruismus und somit brutale Form des Egoismus gesehen werden. Das sadistische Denken macht den Anderen nicht nur zum Opfer, sondern gesteht ihm erst gar nicht eine
Existenz ein.

Raphaël Enthoven und die Philosophin Elise Marrou gehen in ihrer Diskussion unter Bezugnahme auf Hobbes, Rousseau und Deleuze, die Filme von Pier Paolo Pasolini oder die Memoiren von Ludwig XIV. einer Handlungsmaxime nach, die auf paradoxe Weise Gutes und Schlechtes, Natürliches und Krankhaftes in sich birgt.

Gast der Sendung: Elise Marrou


Die promovierte Philosophin und Hochschullehrerin Elise Marrou unterrichtet und forscht an der Sorbonne Paris X und an der École Normale Supérieure. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Sprachphilosophie, der Erkenntnistheorie, der Geschichte der Subjektivität und mit den Werken von Wittgenstein, über den sie 2006 ein in Frankreich erschienendes Buch geschrieben hat: "Wittgenstein. De la Certitude" (2006).

Einige ihrer Veröffentlichungen (auf Französisch):



Philosophie
Sonntag 16. Februar 2014 um 04.10 Uhr
Wiederholung am Sonntag 16. Februar um 12.30 Uhr
(Frankreich, 2012, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 03-03-14