
Der wie ein Thriller aufgebaute Dokumentarfilm erzählt chronologisch, wie Goldman Sachs am Ende stets als Gewinner dastand, vom US-Immobilienskandal des Jahres 2007 bis zur Eurokrise und der Staatsverschuldung im Euroraum seit 2010. Bisher gelang es keiner der institutionellen Gegenmächte - Regulierungsinstanzen, Gesetzgeber, Justiz - die mächtigste Bank der Welt unter Kontrolle zu bringen. Aufgrund der finanziellen Bedeutung und vor allem des Einflusses der „Firma“, wie die Bank an der Wall Street genannt wird, konnte sich Goldman Sachs mühelos über ethische Grundsätze hinwegsetzten, immer knapp am Rande der Legalität.
„Das Schlimmste ist, dass das Verbrechen legal war“, erzählt ein ehemaliger New Yorker Banker. Dass die amerikanische Justiz kürzlich alle Strafverfahren gegen Goldman Sachs mangels Beweisen einstellte, ist Ausdruck der Kapitulation der politischen Führung vor der Macht dieser „Megabank“. Die internationale, keinerlei Autorität mehr anerkennende Finanzwelt stellt eine ungeheure Gefahr für die Demokratie dar.„Das Schlimmste ist, dass das Verbrechen legal war“, erzählt ein ehemaliger New Yorker Banker.
Der Dokumentarfilm ist das Ergebnis einjähriger Nachforschungen in dem Supermarkt der Spekulation, zu dem Goldmann Sachs geworden ist. In rund vierzig Interviewstunden berichten Banker, Wirtschaftswissenschaftler, Trader, Journalisten, Gesetzgeber und Politiker über ihre Erfahrungen. Viele Ausschnitte, die nicht in die Endfassung des Films aufgenommen wurden, sind nun in einer von CAPA und arte.tv. koproduzierten Web-Doku zu sehen. Sie soll die Debatte darüber beleben, wie notwendig und dringend die Regulierung der Finanzwelt sowie die Wiederherstellung und Einhaltung des gesetzlichen Rahmens sind. Es geht darum, die Finanzakteure wieder in den Dienst der Demokratie zu stellen.
Jérôme Fritel





per E-Mail verschicken
RSS
Facebook
Twitter

