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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 21. März 2004 - 21/03/04

der Gegenstand: das "carambar"

das "carambar"


Olaf Niebling lebt in Koblenz. Als Kind verbrachte er seine Ferien oft in Frankreich. Daher stammt seine große Vorliebe für eine typisch französische Leckerei.

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Man findet in Frankreichh eine merkwürdige Süßigkeit, die den Namen CaramBar trägt. Das ist aber kein pakistanisches Rezept, selbst wenn man in diesem Land einen See, einen Fluss und sogar ein Tal finden kann, die Karambar genannt werden. Nein, der CaramBar heißt CaramBar, weil es sich dabei um eine Stange, also barre, aus Caramel -im Französischen mit C geschrieben - handelt. Eine sehr lange Stange aus Karamel mit ein wenig Kakao, die 1954 erfunden wurde. Der Legende nach verdankt der CaramBar seine Form einem Unfall: ein Bedienungsfehler, die Maschine streikt, das Karamel zieht sich in die Länge… bis es 6,2 Zentimeter misst! Heutzutage sind es 7,5 – also eine kleine Inflation. Der Preis ging nicht in die Länge, sondern in die Höhe: 5 alte Francs damals, immerhin 10 Cent heute. Wenn, ja wenn sich seine Größe proportional zum Preis entwickelt hätte, müsste der CaramBar heute 80 Zentimeter und 6 Millimeter lang sein!

Und jetzt ein guter Rat: Bevor Sie diese leckere, längliche Delikatesse verzehren, lassen Sie sie eine Weile in Ihrer Hosentasche weich werden. Entfernen Sie sorgsam die gelb und dunkelrosa gefärbte Hülle aus dem eigenartigen, etwas rutschigen Papier. Werfen Sie das Papier aber bloß nicht weg! Führen Sie Ihren CaramBar langsam an die Lippen und saugen Sie so lange daran, bis Sie spüren, dass er noch weicher wird. Jetzt können Sie mit dem Kauen beginnen, aber vorsichtig, gaanz vorsichtig. Es besteht höchste Gefahr für Plomben und Zahnersatz: wahrscheinlich verdanken die französischen Zahnärzte dem CaramBar ihren Reichtum.

Aber das Schönste am CaramBar liegt nicht in der Leckerei aus Karamel. Als Zugabe erhalten Sie eine hochkarätige kulturelle Emotion, die in den wenigen, auf der Innenseite der Verpackung gedruckten Zeilen verborgen ist – darum sollten Sie diese ja auch nicht wegwerfen. Man nennt sie: die "CaramBar-Witze ". Sie treiben den Franzosen Lachtränen in die Augen, sind aber für Deutsche schwierig zu verstehen, da sie oft auf feinsinnigen Wortspielen basieren. Es gibt lustige Geschichten wie: "Der Hauptdarsteller eines Tarzanfilms beschwert sich bei den Dreharbeiten: Jedesmal, wenn ich mich an eine Liane hänge, sagt der Regisseur: "Schnitt!" oder aber Rätsel: "Welches ist das glücklichste Tier? – Der Uhu – weil seine Frau eulig ist." Lustig, nicht? Noch ein Allerletzter: "- Mutti, Mutti, der Schrank ist umgefallen! - Großer Gott, sag sofort deinem Vater Bescheid! - Er weiß es schon, er liegt drunter."

Erstellt: 05-05-04
Letzte Änderung: 18-03-11


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