An der berühmten Hamburger Reeperbahn, der Vergnügungsmeile nicht weit vom Hafen, liegt das große, bekannte Café Keese. Auf dessen Leuchtreklame steht geschrieben: "HONI SOIT QUI MAL Y PENSE". Honi mit einem n - darüber entrüsten sich französische Touristen, die schließlich wissen, dass man honni mit zwei n schreibt. Die Inschrift birgt jedoch keinen Rechtschreibfehler! Sie erinnert uns vielmehr daran, dass honni sich im vierzehnten Jahrhundert, aus dem dieses berühmte Zitat nämlich stammt, mit nur einem n schrieb.Wir befinden uns in Calais, am Tag nach der Schlacht von Crécy, am 26. August 1346, und der englische König Edward der Dritte feiert seinen Sieg über die Franzosen mit einem großen Ball. Als das Fest auf seinem Höhepunkt ist, lässt der Legende nach die Geliebte des Königs, die Gräfin von Salisbury unter den verdutzten Blicken der anderen Tänzer einen ihrer Strumpfhalter auf den Boden gleiten. Sofort ertönen Gelächter und spöttische Bemerkungen. Der König ist empört, fasst sich aber wieder und hebt das Skandalobjekt mit dem Ruf "honi soit qui mal y pense" wieder auf. Also "Ein Schelm wer Böses dabei denkt".
Zwei Jahre später lässt sein ausgeprägter Sinn "für wiederherzustellende Ehre" den König den sehr noblen Hosenbandorden gründen, dessen Devise, "honi soit qui mal y pense" sich in goldenen Lettern auf einem blauen Band um ein rotes Kreuz windet. So verwandelte er einen peinlichen Zwischenfall in einen Ehrentitel für die glücklichen Angehörigen des höchsten Reiterordens Großbritanniens.
Was die Schreibweise angeht: honi mit nur einem N ist im Französischen ab dem sechzehnten Jahrhundert zu honni mit zwei N geworden, hat jedoch seine ursprüngliche Schreibweise auf dem englischen, silbernen Abzeichen bei behalten: Ein Schreibfehler mit Geschichte.







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