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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 21. Septembre 2008 - 21/09/08

der Alltag: "border le lit"

Heute nimmt uns Corinne Delvaux in ein Schlafzimmer mit. Eine französische Zuschauerin, die mit einem Deutschen verheiratet ist, hat uns nämlich auf ein gravierendes Problem aufmerksam gemacht.

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Das ist ein Schlafzimmer. Das sind seine Bewohner. Der Herr ist Deutscher, die Dame ist Französin. Tagsüber verstehen sie sich prächtig. Doch am Abend liegt Streit in der Luft. Wegen des Dreiecks und des Rechtecks. Des berüchtigten Dreiecks und des berüchtigten Rechtecks.

Sie wissen nicht, was ich meine? Nun, wie Sie sehen, hat sich dieses Paar für ein französisches Bett entschieden, mit Bettlaken und Wolldecken. Denn Madame ist Französin und erträgt deutsche Bettdecken nicht. Sie will Bettlaken und Wolldecken. Damit tut sie etwas typisch Französisches. Und zwar "border", was soviel bedeutet wie Bettlaken und Decke zwischen Matratze und Bettgestell klemmen, so wie hier. Das ist so französisch, dass es dafür noch nicht einmal ein deutsches Wort gibt. Deswegen braucht Madame unbedingt französische Betten. Sonst könnte sie ja ihre Kinder nicht richtig ins Bett bringen, welch schrecklicher Gedanke. Denn wenn man in Frankreich seinen Kindern Gute Nacht sagt, begnügt man sich nicht damit, sie zuzudecken, wie die Deutschen mit einer Bettdecke, nein, man packt sie richtig ein, "on les borde".  Es ist sehr wichtig, die Kinder schön warm für die Nacht einzuschließen. Ein französisches Ritual.

Sehen sie, wie Madame ihre Söhne einschlägt. Ihre ganze Mutterliebe kommt hier zum Ausdruck. So, gute Nacht, mein Kleiner! So, die Kinder sind gut eingepackt, "bordés". Sie verstehen jetzt, warum unsere Französin so an ihrem französischen Bett hängt. Aber ihr Ehemann, der wie schon erwähnt Deutscher ist, hat ein Problem mit dem Dreieck und dem Rechteck, wie ich Ihnen sagte. Sobald er im Bett liegt, packt er sich selbst ein, so wie er es von Madame gelernt hat. Das ist nicht einfach, aber mit etwas Übung klappts… Sehen Sie, perfekt. Der Herr wünscht seiner Madame eine gute Nacht und dreht sich zur Seite, um zu schlafen. Voilà. Und wie jeden Abend kämpft er mit dem selben Problem: dem Rechteck und dem Dreieck . Erstes Problem, das Rechteck: Sehen Sie, das untere Bettuch, die beiden Körper und das obere, gut eingeschlagene Bettuch bilden ein Rechteck, das sich mit kalter Luft füllt. Zweites Problem, das Dreieck: das obere Laken, sein Oberkörper und die stramm über seine Schulter gespannte Decke bilden ein Dreieck, das auch einen kleinen, unangenehmen Luftzug durchläßt. Und daran kann sich unser Deutscher einfach nicht gewöhnen.

Natürlich war er es, der Madame, die Französin ist, auf diese beiden schlimmen Probleme geometrischer Art aufmerksam gemacht hat. Und, zugegeben, seit Madame durch die Bemerkungen ihres Mannes von der Existenz des Dreieckes und des Rechtecks weiß, schläft auch sie weniger gut. Ein höchst gravierendes Problem in deutsch-französischen Ehen.

Erstellt: 19-09-08
Letzte Änderung: 16-05-12


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