Nach misslungenen Sanierungsversuchen zog der engagierte Bürgermeister die Notbremse. Er schrieb einen Wettbewerb aus, der die ganz eigenen Qualitäten der Plattenbauten herausarbeiten sollte, anstatt sie zu vernichten. Die zwei Wettbewerbssieger schufen dann Musterumbauten, die mit Preisen überhäuft und von zahllosen Besuchern aus aller Welt bewundert wurden und werden. Dabei setzte der Frankfurter Architekt Stefan Forster auf größtmögliche Privatheit bei seinen Umbauten. Ihm gelang es, „Stadtvillen“ aus den Plattenbauten zu zaubern, ohne das Serielle hinter postmodernem Schnickschnack zu verstecken. Seine mittlerweile berühmten acht gelben Häuser sind sich sehr ähnlich, aber nicht gleich, so wie unterschiedlich verdrehte Varianten von Kubik‘s Zauberwürfel.
Muck Petzet aus München hat den Plattenbau als Urform der sozial engagierten klassischen Moderne herausgestellt und auf höchstem High-End-Purismus realisiert. Gemeinschaft und Zelle, ein Nebeneinander elementarer Bedürfnisse ganz im Sinne der roten Wiener Wohnhöfe entstanden.
In Leinefeld gibt es jetzt eine Bauausstellung, in der sozialistische Siedlung und ländliche Gartenstadt eine produktive Konfrontation erzeugen, wegweisend in Zeiten, in denen das Gespenst schrumpfender Städte umhergeht.
Links
>> Die offizielle Website von Stefan Forster
>> Die offizielle Website von Muck Petzet
>> Die offizielle Website der Stadt Leinefelde
Die Projekte
>> Bilder und Informationen
>> Das Projekt von Muck Petzte (siehe Foto)
>> Das Projekt von Stefan Forster
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Metropolis
Eine Reportage von Günter Pütz
Samstag, den 02. April 2005 um 00.15 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 03. April um 18.05 Uhr
Redaktion: NDR
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