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Ein Magazin von Claire Doutriaux

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 25. September 2005 - 25/09/05

das Symbol: der Adler

der Adler


Elsa Clairon beschäftigt sich viel mit nationalen Symbolen. Heute erzählt sie uns die Geschichte des Symbols der Bundesrepublik Deutschland : der Adler.



Im Plenarsaal des deutschen Bundestages in kann man ihn nicht übersehen. Er ist riesig, mächtig und sogar ein bisschen dick. Der Adler, genauer gesagt: der deutsche Bundesadler. Adler gibt es jede Menge in Deutschland.

- auf der Standarte des Bundespräsidenten,

- auf den alten 100 Markscheinen und jetzt auf den Ein- Euromünzen,

- auf Briefmarken,

- den Trikots der Fussballer

- und manchmal sogar direkt auf der Haut der Fussballfans.

Die Geschichte des Adlers ist so alt wie die Zivilisation selbst. Symbol der Sonne, Zeichen für Macht und Unsterblichkeit, wurde der Adler schon von orientalischen Kulturen, von den Griechen und Römern verehrt, wo er zum Symbol des Römischen Reiches wurde. Auch der Germanengott Wotan nahm häufig die Gestalt eines Adlers an. Im Jahre 8OO wählt Karl der Große den Adler als Symbol für das gewaltige  Reich, das er durch Kriege geschaffen hat, das spätere Heilige Römische Reich deutscher Nation. Hier sieht man den Adler auf der rechten Seite seines Umhangs.

Während der Kreuzzüge im Mittelalter erkannte man die deutschen Kreuzritter an diesem Adler auf ihren Fahnen und Schilden. Das Symbol setzt sich durch. Im 12. Jahrhundert bekommt er ein Schwert in die rechte Klaue und ein Szepter oder einen Reichsapfel in die linke. Im 15. Jahrhundert wird er zum Doppeladler, Symbol für König und Kaiser. Zwei Köpfe, die mißtrauisch die slavischen Völker und den Westen überwachen.

Und dennoch…"Es flog ein Adler aus Frankreich heraus… Kuckuck, er flog dem römischen Kaiser ins Haus …Kuckuck", konnte man in einem Lied um 18OO hören. Ein anderer Adler, jung und mit scharfen Krallen, ist im Westen erschienen. Napoléon stürzte sich auf das Heilige römische Reich und versetzte ihm den Todesstoß. Aber der deutsche Adler steigt - wie Phönix aus der Asche - wieder auf und ist im 19. Jahrhundert bei allen Kämpfen für die deutsche Einheit dabei. Bismarck wählt für sein deutsches Reich den einköpfigen Adler als Nationalemblem und ergänzt ihn mit den preussischen Symbolen: Krone, Kette und Schild. Nach dem ersten Weltkrieg lässt ihn die Weimarer Republik von Tobias Schwab neu zeichnen: Keine monarchistischen Symbole mehr. Durch die Wirtschaftskrise muss er auch noch Federn lassen: In dieser Zeit verspottet man ihn als "Pleitegeier". Als Sinnbild seiner expansionistischen Absichten setzt ihn Hitler mit gespreizten Flügeln auf sein Hakenkreuz. Dieses Symbol stellt die vom Führer gewollte Einheit zwischen Staat: Adler und Partei: Hakenkreuz dar. Dieser aggressive Adler hat den Kopf ganz klar nach rechts gerichtet. Er ist allgegenwärtig, auf Helmen und Stempeln, usw... Der Adler ist im Dritten Reiches so mächtig und präsent wie nie zuvor.

Die junge Bundesrepublik nimmt 1950 wieder den Adler als Wahrzeichen. Die offizielle Bekanntmachung legt fest, dass "das Bundeswappen auf goldgelbem Grund den einköpfigen schwarzen Adler zeigt, den Kopf nach rechts gewendet, die Flügel offen, aber mit geschlossenem Gefieder, Schnabel, Zunge und Fänge von roter Farbe." Dieser Adler ähnelt ganz bewusst dem der Weimarer Republik. 1953 gestaltet der Bildhauer Ludwig Gies für den neuen Bundes-tag in einen mächtigen Adler aus Gips mit etwas rundlicheren Formen. Dieser Adler hat die deutsche Wiedervereinigung überlebt und ist natürlich 1999 mit in die neue Hauptstadt nach Berlin umgezogen. Die Deutschen nennen ihn bekanntlich - etwas respektlos – die fette Henne. Der Adler ist zahm geworden...

Erstellt: 20-09-05
Letzte Änderung: 18-03-11


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