Am 30. Oktober ist Weltspartag! Den Franzosen muss ich jetzt sicher erst einmal erklären, worum es sich bei diesem tollen Ereignis handelt, das in Deutschland jedes Kind kennt. Am Weltspartag bringt man sein Erspartes auf’s Konto. Und erhält im Gegenzug wunderbare Geschenke mit dem Logo der Sparkasse darauf. Schauen Sie: Robben, Eisbären und Schweine mit dem Sparkassen "S", Stiftehalter, Taschenlampen, witzige Tassen, Radiergummis usw, usw.Lachen Sie nicht, der Weltspartag ist ein Ritual meiner Kindheit, das unauslöschliche Erinnerungen hinterlassen hat. Noch letztes Jahr habe ich eine gelbe Plüschgiraffe für meine Tochter bekommen! Doch, doch!
An diesem Tag gibt es in vielen deutschen Sparkassen einen Sonderschalter. Ein besonders geduldiger Angestellter empfängt dort die Kinder und zählt mit der Hand den Inhalt von Hunderten von Sparschweinen und trennt geschickt Geldmünzen von Kaugummi und geschmolzener Schokolade. Die Beträge sind oft bescheiden, doch das ist ganz egal, auch wenn das Sparschwein nur 2 Euro 40 enthält, es gibt immer ein Geschenk. Wozu solch ein Tag nütze ist? Er soll Groß und Klein daran erinnern, wie wichtig es ist, zu sparen. Was denn sonst?
Man erfand den Weltspartag 1924 in Mailand, auf dem allerersten Internationalen Sparkassenkongress. Am letzten Tag des Kongresses, dem 31. Oktober, beschlossen die Teilnehmer aus 29 Ländern einhellig, diesen Tag von nun ab zum Weltspartag zu erklären. Zur damaligen Zeit schien dieser Weltspartag sehr sinnvoll, vor allem in Deutschland, wo es nach der großen Inflation von 1923 dringend notwendig war, das misstrauisch gewordene Volk erneut zum Sparen zu ermutigen.Die Deutschen feiern übrigens ihren Weltspartag am 30. Oktober und nicht am 31., denn am 31. ist in einigen protestantischen Bundesländern Reformationstag.
Aber, wenn es doch ein internationaler Tag ist, sagen Sie jetzt, warum machen die Franzosen nicht mit? Gute Frage. In Deutschland wimmelt es von Weltspartagsplakaten, die "giornata del risparmio" lockt Menschenmengen und Promis in die italienischen Sparkassen, die Ungarn erstürmen, Sparschwein unterm Arm, ihre Filialen, die Spanier holen Orchester in die Zweigstellen, die Senegalesen, die Serben, die Tschechen machen mit, in Östereich wurde sogar eine Gasse nach dem Maskottchen der Sparer, dem herzigen "Sparefroh" getauft.In Frankreich, nichts. Den Weltspartag hat es in Frankreich wohl gegeben, aber irgendwie hat sich die Sache in den 70. Jahren verlaufen.Man könnte das als ein Zeichen deuten, dass die Franzosen schlechte Sparer sind, aber nein. Wenn man sich die Statistiken genau anschaut, wird klar, dass die Deutschen den Weltspartag viel nötiger haben! Die Franzosen legen 14.9% ihres Gehaltes auf die hohe Kante. Die Deutschen, mit einer Sparquote von nur 10.4% liegen weit dahinter.







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