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Schwul-Lesbisches Kino - 04/02/11

"Ein Dschihad für die Liebe"

In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern ist Homosexualität unter Berufung auf den Koran und unter Androhung drastischer Strafen verboten. Filmemacher Pavez Sharma hat schwule und lesbische gläubige Muslime aus verschiedenen Ländern getroffen. In seinem Dokumentarfilm "Ein Dschihad für die Liebe" lässt er sie ihre zum Teil bewegenden Geschichten erzählen und erkundet gemeinsam mit ihnen das Verhältnis von Islam und Homosexualität.

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"Ein Dschihad für die Liebe"
Ein Dokumentarfilm von Parvez Sharma
Usa, Grossbritannien, Deutschland
(2007, 78mn)
Unter Berufung auf den Koran ist in vielen muslimischen Ländern Homosexualität ausdrücklich verboten. Abhängig von Regierung und Rechtsprechung, geht die Bandbreite der Strafen von der Auspeitschung bis hin zum Tod durch Steinigung. Das Verbot führt dazu, dass viele muslimische Lesben, Schwule und Bisexuelle die Scham, die sie in ihrer Familie und Gemeinschaft erfahren, verinnerlichen und - Verachtung und Bestrafung fürchtend - oft unfähig sind, ihre Sexualität zu leben.

Schwule und lesbische gläubige Muslime aus Südafrika, Ägypten, Pakistan, Indien, Iran, Frankreich und der Türkei berichten von den Problemen, mit denen sie als gleichgeschlechtlich Liebende konfrontiert sind. Filmemacher Parvez Sharma begleitet sie durch ihren Alltag und erzählt von ihren Wünschen, Ängsten und ihrem "Dschihad", ihrem Kampf für die Liebe. Sein Dokumentarfilm fragt, wie man muslimisch und schwul beziehungsweise lesbisch zugleich sein kann, welche Wege sich abzeichnen, sexuelle Identität und Religion miteinander zu verbinden. Parvez Sharma hofft, einen Dialog zu einem Thema zu beginnen, das in den meisten muslimischen Ländern ein Tabu darstellt. Dabei macht er den Zuschauern deutlich, dass es längst keine Selbstverständlichkeit ist, in der Sprache der gläubigen Moslems über Sexualität zu sprechen.

"Ein Dschihad für die Liebe" ist der erste abendfüllende Dokumentarfilm von Parvez Sharma, an dem er mehr als fünf Jahre gearbeitet hat. Der Filmemacher sagt über die Motivation, diesen Film zu realisieren: "Ich wollte mit meinem Film einer Community eine Stimme geben, die in vielen Ländern zum Schweigen verurteilt ist. Ich wollte dieser viel zu selten gehörten Minderheit die Möglichkeit geben, ihre Geschichte des Islams zu erzählen."

Mehr Infos

Parvez Sharma, geboren und aufgewachsen in Indien, ist gläubiger Muslim. Er ist homosexuell und lebt als Filmemacher und Dozent für Medien in New York. Parvez Sharma studierte englische Literatur in Kalkutta, Journalismus in Cardiff und Film in Washington. In den 90er Jahren arbeitete er als Journalist unter anderem für die indischen Zeitungen "The Telegraph" und "The Statesman". 1997 war er Regieassistent bei Rajan Khosas preisgekröntem Spielfilm "Dance of the Wind". 2005 zeichnete er als Producer verantwortlich für das nationale Radio- und Fernsehprogramm "Democracy Now!", das von 225 Sendern in ganz Nordamerika ausgestrahlt wurde.
"Ein Dschihad für die Liebe" hatte seine Weltpremiere auf dem Internationalen Filmfestival in Toronto im September 2007 und seine Europapremiere auf der Berlinale 2008. Er lief auf weiteren Filmfestivals und ist bisher fünfmal ausgezeichnet worden, unter anderem beim International Gay & Lesbian Film Festival Turin 2008.

Ein Dschihad für die Liebe
Mittwoch 16. Februar 2011 um 01.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, Grossbritannien, Deutschland, 2007, 78mn)
ZDF

Erstellt: 04-02-11
Letzte Änderung: 04-02-11