So offenbaren sich dem Betrachter auch private Charakterzüge von Karl Lagerfeld: er kann warmherzig, aber auch autoritär sein, humorvoll und amüsant, überraschend immer da auftauchen, wo man ihn gerade nicht erwartet.
Der Regisseur entdeckt Lagerfeld als rastlosen Geist, der ohne Unterlass Bücher und Filme verschlingt, als fanatischen Liebhaber von Malerei, Art Déco und zeitgenössischer Kunst mit einem extrem ausgeprägten ästhetischen Empfinden.
Die Kamera ist stets nah an der Hauptperson, beobachtet die Vorbereitung der Kollektionen für Chanel und Fendi, Interviews, die fotografische Arbeit, zeigt Lagerfelds Sammlung von Kunstbüchern, die Lagerfeld Gallery, den Meister umgeben von schönen Models, Schauspielerinnen und Persönlichkeiten aus der ganzen Welt.
Unverwartet wird Rodolphe Marconi Zeuge erschütternder Momente im Leben von Karl Lagerfeld: der Verlust des Menschen, der sein Leben über viele Jahre hinweg geteilt hatte. Doch selbst in Einsamkeit und Schmerz blickt Lagerfeld nach vorn: „Wenn früher wirklich alles besser war, sollte man sich lieber gleich umbringen“.
Rodolphe Marconi gelingt es in dieser auf der Berlinale 2007 gezeigten Dokumentation, die beiden Facetten Karl Lagerfelds zu zeigen: das Mode- und Kommunikationsgenie und den unruhigen Geist auf steter Suche nach intellektueller Nahrung.





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