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Krimiautoren A-Z

Jörg Juretzka

Der 1955 in Mülheim/Ruhr geborene und nach ein paar Jahren Kanada wieder dort lebende Autor hat mit dem Biker Kristof Kryszinski die höchst originelle und glaubwürdige Figur eines Privatdetektivs erfunden. Juretzka kombiniert hintergründigen Witz, heftigste Lokalkenntnis und raffinierte Plots aus dem Ruhrpott. In den letzten Romanen hat sich Kristof Kryszinski auch mal von dort fortbewegt, ohne wesentliche Veränderung seines grundsoliden Charakters, der schwerem bei Biermangel und Tierquälerei den Ruhezustand verlässt. Juretzka wurde 1999 und 2002 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und erhielt 2006 den Literaturpreis Ruhrgebiet.

Rezension zu "Alles total groovy hier"

Kann man verklärte Hippies, zugerauchte Rastafaris und eifernde Kristallschwingungsesoteriker aushalten? Kristof Kryszinski, schmieriger Privatdetektiv und zänkischer Motorradrocker-Mitläufer, kann es nicht. Aber er muss es irgendwie versuchen, daraus entsteht die Komik in Jörg Juretzkas Krimi "Alles total groovy hier".

Der Ruhrpottrüpel Kryszinski landet in einer rätselhaft unerschlossenen Ecke Spaniens auf einem verwahrlosten Campingplatz, der einer Mischung aus konspirativer Kommune und offener Drogenszene als Heimstatt dient. "Du, mit Bier ist schlecht, im Moment", erfährt der Schnüffler in der dortigen Bar: es gibt aber Kräutertee. Von diesem miesen Beginn an verschlechtern sich die Beziehungen rapide. Aber Kryszinski kann nicht weg, er sucht einen Rockerkumpel, der mit seiner Maschine und viel Geld beim Versuch eines Immobilienkaufs in der kargen Gegend verschwunden ist.

Juretzkas bislang acht Romane umfassende Reihe um Kryszinski macht mit stets kneipenauthenthischer Schnodderschnauze alles nieder, was dem Detektiv falsch, aufgesetzt, dumm oder böse scheint. Die Ich-Erzählungen des Helden darf man sich als verbales Kickboxen gegen alles Gezierte, alles Verklemmte und alles Verträumte vorstellen. Durch das Dauerwüten ironisiert sich diese Figur aber auch selbst, ihre unablässige Aggressionsbetonung entlarvt sich als Schutzhaltung des fast Wehrlosen. Man könnte, vor allem, wenn man selbst ein Rüpelgen hat, durchaus Lust auf ein Bierchen mit diesem Menschenfeind bekommen.

Thomas Klingenmaier/Stuttgarter Zeitung 6.3.09
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Erstellt: 27-03-09
Letzte Änderung: 06-04-09


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