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Raphaël Enthoven empfängt Nicolas Grimaldi - 16/09/09

Philosophie Liebe

Was also ist Liebe? Wer beschreibt diesen Zustand am treffendsten? Wer hat den Schlüssel zur wahren Liebe gefunden? Diesen Fragen geht Raphaël Enthoven im Gespräch mit Nicolas Grimaldi nach.


Die Triebkraft, die die Welt in Bewegung hält, ist häufig, nachdem die äußere Schönheit nicht mehr sichtbar ist, Auslöser von Fehlschlägen und Enttäuschungen: Die Rede ist von der Liebe. Jeder redet von ihr, jeder sehnt sich nach ihr und verweigert sie zugleich.

Nach dem "Himmelhochjauchzend" folgt meist das "zu Tode betrübt". Oder man kehrt zumindest auf den Boden der Tatsachen zurück. Nach einer enttäuschten Liebe beginnt der Reigen von vorne, die anfängliche Trunkenheit weicht dem Widerwillen, aus inniger Zweisamkeit wird Unverständnis und Feindseligkeit.

Beinahe krankhafte Eifersucht wird abgelöst durch das trügerische Gefühl, endlich wieder man selbst zu sein.

Was also ist Liebe? Wer beschreibt diesen Zustand am treffendsten? Wer hat den Schlüssel zur wahren Liebe gefunden? Diesen Fragen geht Raphaël Enthoven im Gespräch mit Nicolas Grimaldi - emeritierter Professor an der Pariser Sorbonne - nach. Grimaldi hatte nacheinander die Lehrstühle für Geschichte der modernen Philosophie und der Metaphysik inne. Schwerpunkte seiner philosophischen Arbeiten sind darüber hinaus ethische und ästhetische Themen sowie Fragen zu Descartes' Werk. Neben philosophischen Referenzen - von den griechischen Vorsokratikern bis hin zu den Existenzialisten - greift Grimaldi gern auf literarische Quellen zurück, wie Kafka, Baudelaire, Simenon und Tolstoi. Zu seinen Lieblingsthemen gehören aber auch das Ich und die Zeit, Lust und Begehren - und die Liebe.





Literaturangaben:


  • APOLLINAIRE. Unterm Pont Mirabeau. In: Apollinaire, Guillaume: Alkohol. Aus dem Französischen von Johannes Hübner und Lothar Klünner, mit einem Vorwort von Gerd Henniger. 2. Auflage. Darmstadt: Luchterhand 1980. ISBN-10: 3472611928.

  • ARAGON. Aragon, Louis: Aurélien: Roman. Aus dem Franz. von Lydia Babilas. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch 1989. ISBN 3596292271.

  • BALZAC. Balzac: Die falsche Geliebte. Zürich: Diogenes 1991. ISBN-10: 3257204450.

  • BAUDELAIRE. Auszug aus dem Gedicht "Schönheit"
    Übers. Terese Robinson: "Schön bin ich, Sterbliche, ein Traum von Stein"
    Baudelaire, Charles: Die Blumen des Bösen. Aus dem Franz. von Terese Robinson, 8. Auflage. Diogenes 2002. ISBN-10: 3257209991.
  • Oder:
    Stefan George: "Ihr menschen – ich bin schön – ein traum von stein"
    Es handelt sich hier nicht wirklich um eine Übersetzung, wie im Skript angegeben, sondern, wie der Titel sagt, um eine "Umdichtung", die als eigenständiges Kunstwerk gehandelt wird.
    George, Stefan: Baudelaire. Blumen des Bösen. Umdichtungen. Berlin: Georg Bondi 1901.
  • Oder:
    Übers. Graf Wolf v. Kalckreuth: "Schön bin ich, Sterbliche, gleich einem Traum von Steine."
    Baudelaire, Charles: Blumen des Bösen. Aus dem Franz. von Graf Wolf v. Kalckreuth. Leipzig: Insel 1907.

  • BONNARD. Bonnard, Pierre: Der Mann und die Frau. 1900, Öl auf Leinwand, 115 x 72.5 cm, Musée d'Orsay, Paris.

  • BUZZATI. Buzzati, Dino: Un amore: Roman. Aus dem Italienischen von Ingrid Parigi. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch 1991. ISBN: 3596295599.

  • CHABROL. Chabrol, Claude: L’enfer, deutscher Titel: die Hölle. Film von 1994.

  • DAGNINO. Dagnino, Maya: Hand in Hand. Fotographie von 2003.

  • DEBUSSY. Pélleas et Mélisande. Oper von 1902.
    Die Musik ist von Claude Debussy, das Libretto (Text der Oper) von Maurice Maeterlinck. Der Titel wird im deutschen offensichtlich nicht übersetzt.

  • DESCARTES. Bense, Max (Hrsg.): Descartes, René: Briefe 1629 - 1650. Aus dem Franz. von Fritz Baumgart, mit Anmerkungen von Max Bense. Köln, Krefeld: Staufen 1949.

  • FRANCK. Franck, Dan: Die Geometrie der unwägbaren Beziehungen. Aus dem Franz. von Christine Steffen-Reiman. München: Droemer Knaur 1993. ISBN/EAN: 3426650150.

  • GUITRY. Guitry, Sacha: Toâ. Film von 1949. Ist tatsächlich nicht auf deutsch und nicht einmal auf englisch erschienen.

  • IBSEN. Ibsen, Henrik: Hedda Gabler: Schauspiel in vier Akten. Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt, mit einem Kommentar von Helmut Bachmaier. Ditzingen: Reclam 1986. ISBN-10: 315002773X.

  • MANN. Mann, Heinrich: Professor Unrat (der blaue Engel). 60. Auflage. Berlin: Rowohlt 2007. ISBN-10:3-499-10035-5.

  • MOZART. Mozart, Wolfgang Amadeus: Don Giovanni. Oper von 1787.

  • PASCAL. Armogathe, Jean-Robert (Hrsg.): Blaise Pascal: Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände. Aus dem Franz. von Ulrich Kunzmann. Ditzingen: Reclam 2004.
    ISBN-139783150500453.
    Hier: S. 169: Achtzehnter Paragraph des achten Abschnitts: Gründe einiger Volksmeinungen.

  • PLATON. Platon: Das Gastmahl. In: Sämtliche Werke. Aus dem Griechischen von Friedrich Schleiermacher. Berlin: Lambert Schneider 1940.
    Neuere Ausgaben wären:
    Platon: Das Trinkgelage, oder Über den Eros, Leipzig, Frankfurt: Insel 2004. ISBN 3-458-34741-0.
    Platon: Das Gastmahl, oder Von der Liebe, Übers. u. Einl. von Kurt Hildebrandt. Stuttgart: Reclam 2006. ISBN 978-3-15-000927-7.

  • PROUST. Proust, Marcel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Aus dem Franz. von Eva Rechel-Mertens, Neuauflage. Frankfurt: Suhrkamp 2004. ISBN-10: 3518456415. Den Posten der erwähnten Figur (directeur du cabinet du Ministre des postes) In „Im Schatten junger Mädchenblüte“ am Anfang habe ich nicht gefunden.

  • SCHOPENHAUER. Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung. München: dtv 1998. ISBN 978-3-423-30671-3.

  • SHAKESPEARE. Hamblock, Dieter (Hrsg.): Shakespeare, William: Othello, der Mohr von Venedig. Aus dem Englischen von Hanno Bolte und Dieter Hamblock. Ditzingen: Reclam 1986. ISBN-10: 3150098300.

  • STENDHAL. Oppeln-Bronikowski, Fr. v. (Hrsg.): Stendhal: (Unter dem Pseudonym Marie-Henri Beyle): Über die Liebe. Aus dem Franz. von Arthur Schurig. Jena: Diederichs 1911.
    Hier: S. 335: Anhänge: Der Salzburger Zweig (Aus Stendhals Nachlass).
  • Oder, für die neuere Übersetzung, die ich bis jetzt nicht als Text finden konnte:
    Stendhal: (Unter dem Pseudonym Marie-Henri Beyle): Über die Liebe. Aus dem Franz. von Walter Hoyer. Frankfurt am Main: Insel 2007. ISBN: 3458349626. In der Übersetzung von Arthur Schurig wird für "cristallisation", "Kristallbildung" verwendet, nicht "Kristallisierung".

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Samstag 22. Januar 2011 um 00.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 17-11-08
Letzte Änderung: 16-09-09