Drehbuch: Matthew Michael Carnahan
Mit: Meryl Streep, Tom Cruise, Robert Redford
Synopsis: Drei parallel verlaufende, miteinander verbundene Episoden:1) Ein republikanischer Senator (Tom Cruise) versucht die liberale TV-Journalistin Janine (Meryl Streep) redegewandt von der Notwendigkeit einer weiteren Afghanistan-Offensive zu überzeugen.
2) Der Berkeley-Professor und Vietnam-Veteran Dr. Malley (Robert Redford) bemüht sich einen begabten, aber lustlosen und desillusionierten Studenten (Andrew Garfield) wieder für das Studium und ein politisches Engagement zu gewinnen.
3) Die beiden aus armen Einwanderer-Verhältnissen stammenden Berkeley-Studenten Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Peña) nehmen Malleys allgemeine Aufforderung, dass man im Leben für eine Sache auch einstehen und kämpfen müsse, zum Anlass, sich freiwillig für einen Afghanistan-Einsatz zu melden, von dem sie nicht mehr zurück kehren werden.
Kritik: Für seinen neuen, von ihm auch selbst produzierten Film hat sich der von Hollywood zurück gezogen lebende, öffentlichkeitsscheue Robert Redford auf Promotion-Tour bis nach Europa gemacht, gab ausführliche Interviews und traf sich sogar mit Joschka Fischer, der in der Figur des Prof. Malley auch etwas von sich entdeckte. Es muss Redford wirklich wichtig sein, er hat den Film sogar als seine Art einer Entschuldigung für die amerikanische Politik der letzten Jahre bezeichnet. Es ist kein wirklich guter, aber ein sehr interessanter Film geworden, der viel von Amerikas Dilemma seit 9/11 verrät, aus dem auch überzeugte Demokraten wie Redford keinen echten Ausweg finden. Denn er gibt dem aalglatten Republikaner – von Tom Cruise sehr überzeugend verkörpert – gute Argumente an die Hand, wenn er ihn die Folgen eines schnellen Rückzugs aus dem Irak oder in diesem Fall Afghanistan beschreiben lässt: Chaos, die extremistischen Taliban kehren zurück und schlachten alle ab, die mit den Amerikanern zusammen gearbeitet oder sie auch nur geduldet haben. Selbst die Journalistin – die spannendste Figur in diesen drei Geschichten über Engagement und Desillusionierung – kann sich dieser Argumentation nicht einfach entziehen. Demokratie lässt sich eben nicht mit militärischen Mitteln, sondern nur durch unermüdliche Überzeugungsarbeit exportieren, das ist die einzige Wahrheit, die der Film transportieren kann, aber trotz seiner kritischen Haltung hat Redford letztlich einen sehr amerikanischen, patriotischen Thesenfilm gemacht, in dem die Gegner, die Taliban, nur als dunkle, anonyme Schatten vorkommen.
Malley gewinnt zwar noch einmal den einen Studenten, aber er verliert die zwei, die seine Aufforderung zum Engagement zu wörtlich genommen haben. Die Wirklichkeit ist zu komplex geworden für seine einfachen Überzeugungen, aber den Glauben an die besseren Möglichkeiten und Fähigkeiten dieses Landes und seiner Menschen, den verliert der Film an keiner Stelle. Und auch das kann man richtig oder falsch finden, es ist so ambivalent wie der ganze Film.
Thomas Neuhauser






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Engagierter, aber zu didaktischer Thesenfilm zur aktuellen, amerikanischen Politik.
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