Nas: "„I made you look“ bedeutet, dass ich dich wachrüttele. Rap ist doch nur noch ein peinliches Gesülze aus Rn’B Schrott, eine billige Variante von Dance und Pop. Der Old-School Rap war spontan und unbestechlich. Astreiner Rap eben, das richtig fette Kaliber. Und wenn man damit rumballert, schauen alle hin. "Mit 20 Jahren brachte Nasir Jones 1994 seine erste Scheibe „Illimatic“ raus. Im Gegensatz zum Gangsta Rap der West-Coast spricht Nas in seinen Lyrics über die harte Realität der Ghettos.
Und er weiß wovon er Rapt, denn aufgewachsen ist er in den Plattensiedlungen von Queensbridge vor den Toren Manhattans. Illmatic bringt neuen Wind in die Rap-szene, die Presse beschreibt den Sound als Urban-Blues. Nas ist auf bestem Weg in die Fußstapfen seines Vaters, den legendären Jazz-Trompeters Olu Dara, zu treten.
Nas: "Mein Dad gab mir Bücher über die Geschichte unserer Vorfahren. Er hat mir beigebracht, zu überleben, Musik zu machen und mein eigener Boss zu sein. Was ich bis heute erreicht habe, das verdanke ich ihm. Und meine Mom hat von klein auf eingebläut, dass ich es drauf habe."
Doch auch Nas ist gegen den Erfolg nicht immun. Seine Clips füllen sich mit Bikini-Girls und grünen Scheinchen, ab 1996 nennt er sich Nas Escobar, in Anlehnung an den kolumbianischen Drogen-Schieber. Nach zwei weiteren Alben auf der selben Schiene, kehren ihm seine Fans endgültig den Rücken. Das checkt Nas aber erst wieder im Jahr 2000, als der Rivale Jay-Z aus Brooklyn seine Crew Mobb Deep aus Queens unter verbalen Beschuss nimmt. Nach eine Reihe von Clashs, stellt sich das Publikum wieder hinter Nas. Da erinnert sich der Rapper plötzlich wieder, woher er kommt.
Zehn Jahre Karriere seit „Illmatic“, feierte Nas mit einem Gratis-Konzert im Central Park. Über 5000 Menschen standen stundenlang Schlange um ihr Sprachrohr live zu erleben. Represent: Ein Ausdruck den die Rap-Community Nas verdankt.
Nas: "„Lass es raus“, „Stehe für deine Brüder“,„Halte durch“, jedes Jahr gibt es eine neue Parole. Viele Musiker, die heute Platten rausbringen, kopieren meinen Stil, weil ich raushabe wie es läuft. Concious Rap ist voll angesagt. Außerdem haben die Rapper heute wieder Ehrfurcht vor Gott, das kommt gut. Der Rap braucht eine klare Aussage. Mir geht es um die Inhalte. Ich bin sehr engagiert, und das hört man in meiner Musik. Die Menschen um mich herum und ihre Zukunft sind mir sehr wichtig."
Mit seinem Klassiker „One Mic“ beendet er das Set. „Alles was ich brauche“ heißt es darin, „ist ein Mikro“. Vielleicht ist der Rap ja doch nicht so tot?
"Street's Disciple" von NAS bei Columbia
>> Columbia - http://www.sonymusic.com/artists/Nas/
Link
>> Nas - http://www.iamnas.com/
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TRACKS
Eine Reportage von Stéphanie Binet
Donnerstag, den 11. November 2004 um 23.30 Uhr
Wiederhol. am Samstag, den 13. November um 17.45 Uhr
Redaktion: ARTE France, Online Prouction
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