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Cleveland versus Wall Street

Cleveland zur Zeit der "Subprime"-Krise.

Cleveland versus Wall Street

18/02/13

Cleveland versus Wall Street

Ein Dokumentarfilm von Jean-Stéphane Bron


Am 11. Januar 2008 legten der von der Stadt Cleveland beauftragte Anwalt Josh Cohen und seine Partner gegen 21 Wall-Street-Banken Klage ein. Die Stadt machte die von den Banken veranlassten Immobilienzwangsversteigerungen für ihren Niedergang verantwortlich. Doch die Banken wehrten sich gegen einen Prozess. Der Dokumentarfilm konstruiert das fiktive Gerichtsverfahren, das hätte stattfinden müssen.

Ausschnitt: die ersten Minuten des Films





Der Dokumentarfilm


Cleveland zählte zu den US-amerikanischen Städten, die die "Subprime-Krise", also den Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes, im Jahr 2007 am heftigsten getroffen hatte. Der Bürgermeister und ein Teil der Einwohner Clevelands beschlossen, die 21 Banken, die sie für die Räumungen und Zwangsversteigerungen verantwortlich machten, vor Gericht zu bringen. Der Anwalt Josh Cohen und seine Partner reichten am 11. Januar 2008 im Namen der Stadt Klage ein. Doch die Wall-Street-Banken wehrten sich mit allen Mitteln gegen einen Prozess. Sie beauftragten den Anwalt Keith Fisher damit, das Verfahren abzuwenden. Dieser wälzte die Verantwortung von den Banken auf die Makler und die über ihre Verhältnisse lebenden Hauseigentümer ab. 

Der Dokumentarfilm stellt nun das Gerichtsverfahren nach, das hätte stattfinden müssen. Es ist ein fiktiver Prozess, doch dessen Hintergrund, Protagonisten und Zeugenaussagen sind real. Alle haben ihre eigenen Rollen zu spielen, der Richter, die Anwälte, die Zeugen und sogar die Geschworenen, die das Urteil fällen müssen. Nach und nach - Zeuge um Zeuge - demontiert der Dokumentarfilm das System der "Subprimes", dieser riskanten Hypothekendarlehen, die die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt haben.

Der Schweizer Filmemacher Jean-Stéphane Bron holt in seinem fiktiven Prozess das Versäumte nach. Er greift dabei nicht einfach auf Schauspieler oder Laien zurück, sondern bringt wirklich Beteiligte und Betroffene vor die Kamera. Da ist jede Emotion echt. Dass Bron als Dokumentarfilmer zu deutlich Partei ergreift und Bürgerrechtlerin Barbara Anderson zur Heldin macht, tut der Entlarvung der Verantwortlichen keinen Abbruch. Das Lehrstück erhielt einen Riesenapplaus auf den Filmfestspielen von Cannes!" ("TV Spielfilm"). Auf den Solothurner Filmtagen erhielt der Film 2011 den Jurypreis "Prix Soleure" und war auch in Kinos in der Schweiz, Deutschland und Frankreich zu sehen.


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Cleveland versus Wall Street
Dokumentarfilm von Jean-Stéphane Bron (Schweiz/Frankreich, 2010, 1h38mn)
Coproduktion : Les Films Pelléas, Saga Production, Jouror Productions, ARTE France Cinéma, Télévision Suisse Romande

  • Quinzaine des réalisateurs (dt.: „Zwei Wochen der Regisseure"), Cannes 2010
  • Jury-Preis, Festival Paris Cinéma 2010
  • Amnesty International Award, Lissabon 2011
  • Bester Dokumentarfilm, Schweizer Filmpreis Quartz 2011




Jean-Stéphane BRON, Regisseur
  • Jean-Stéphane Bron (geboren 1969 in Lausanne/Schweiz), ist Absolvent der Ecole cantonale d’Art de Lausanne (ECAL). Nach den zwei Dokumentarfilmen Connu de nos services (1997) und La Bonne Conduite (1999), inszenierte er den Film Mais im Bundeshuus (2003), ein Dokumentarfilm über einen demokratischen Prozess, der einer der größten Erfolge des Schweizer Films wurde. Seine Dokumentarfilme wurden in Europa und den Vereinigten Staaten zahlreich ausgezeichnet. Im Jahr 2006 drehte er mit Mon frère se marie (The Big Wedding) seinen ersten Spielfilm. Cleveland versus Wall Street (2010) ist sein vierter Spielfilm.

Cleveland versus Wall Street
Donnerstag 14. März 2013 um 02.55 Uhr
Keine Wiederholungen
(Schweiz, Frankreich, 2010, 94mn)
ARTE F

Erstellt: 04-02-13
Letzte Änderung: 18-02-13