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Sonntags um 17.45 Uhr auf ARTE

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20/10/05

Bulgarien

Gürga Tschuschkowa ist eine Frau, die weiß, wie man aus allem das Beste macht. Als die staatliche Großbäckerei, in der sie viele Jahre gearbeitet hatte, vor elf Jahren Konkurs anmelden musste, eröffnete sie in ihrem Heimatdorf Cedinenie eine eigene kleine Bäckerei. Heute backen Gürga, ihre beiden Töchter und drei Aushilfskräfte für die Nachtschicht täglich etwa 1.500 Brote und 2.500 Brötchen. Gürgas Mann Georgi, den alle liebevoll-scherzhaft den „Präsidenten“ nennen, bringt Brote und Brötchen zu den Großkunden.

Einen Sinn für die Realität des Lebens und stoische Ruhe muss Gürga haben. Denn immer wieder bleiben die alten Teigknet- und Walzmaschinen stehen. Zu technischen Defekten kommen noch die häufigen Stromausfälle. Schon sehr viel Teig ist im Mülleimer gelandet, weil er nicht gebacken werden konnte. Außerdem müssen Gürga und ihre Familie noch gegen die Dumpingpreise der Großbäckereien ankämpfen. Vier der ehemals sieben Familienbäckereien rund um Cedinenie mussten bereits schließen.

In Cedinenie, das im zentralbulgarischen Trakia-Tal zwischen dem Balkangebirge und den Rhodopen liegt, wird die traditionelle bulgarische Küche gepflegt. Fruchtige Tomaten und Paprikaschoten, saftige Salatgurken, milde Gemüsezwiebeln, glatte Petersilie und pikanter Schafskäse machen den Schopskasalat zu einer erfrischenden Delikatesse, die bei großer Hitze den Gaumen kühlt. Beim Kiopoulo, einem orientalisch anmutendem Brotaufstrich, sind Auberginen die wichtigste Zutat, die über glühender Holzkohle gegrillt werden und daher einen würzigen Rauchgeschmack haben.

Die bulgarische Küche ist durch die mehr als fünfhundertjährige türkische Herrschaft über das Land am Schwarzen Meer stark beeinflusst worden. Anders als Rumänien war Bulgarien keine vom eingesessenen Adel regierte Provinz des Osmanischen Reiches. Viele Türken kamen ins Land und blieben. Eine Nation zwischen Okzident und Orient ist Bulgarien auch nach dem Ende der türkischen Herrschaft im 19. Jahrhundert geblieben. Kulinarische Zeugen dieser gemeinsamen Geschichte sind beispielsweise der Giuwetsch und die Banitsa, die wir Ihnen im folgenden vorstellen.

Erstellt: 05-11-04
Letzte Änderung: 20-10-05


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